Ärzte Zeitung, 19.04.2004

Flexible Therapie mit Opioiden bei Tumorschmerzen

Häufig Obstipation bei Krebs

FRANKFURT AM MAIN (hbr). Patienten mit Tumorschmerzen sind in ihren letzten Lebensmonaten außer durch die Schmerzen oft durch weitere Beschwerden zusätzlich erheblich belastet. Mit der Wahl des individuell passenden Opioids zur Schmerzlinderung können Kollegen dies berücksichtigen. Hydromorphon zum Beispiel bietet sich bei Obstipation an, einem häufigen Symptom bei Tumorschmerzen.

Nicht nur Schmerzen plagen mehr als 80 Prozent der älteren Patienten in den letzten Wochen ihres Lebens. Oft kommen weitere Symptome dazu, wie eine prospektive Untersuchung mit 179 Teilnehmern belegt. Mehr als 70 Prozent der Betroffenen haben etwa Übelkeit und Appetitlosigkeit oder sind verwirrt. Jeder Zweite hat Dyspnoe, Schlaflosigkeit, Erbrechen oder Verstopfung. Das berichtete Dr. Thomas Nolte vom Schmerzzentrum Wiesbaden beim Schmerztag in Frankfurt am Main.

Mittelpunkt der Tumorschmerztherapie sind Retard-Opioide, erinnerte Nolte bei einem von Mundipharma unterstützten Symposium. Bei Verstopfungsneigung können Opioide verordnet werden, die wenig obstipieren, wie Hydromorphon (vom Unternehmen als Palladon® angeboten) und Oxycodon (Oxygesic®). Mit beiden Präparaten habe er auch bei Patienten, die sowohl erbrechen als auch Schmerzen haben, gute Erfahrungen gemacht.

Eine Obstipation hat oft viele Ursachen, etwa krankheitsbedingte Immobilisation oder Flüssigkeitsmangel. Als symptomatische Therapeutika gegen Verstopfung empfiehlt Nolte unter anderem Macrogole oder Natriumpicosulfat.

Hydromorphon zweimal täglich und Oxycodon eigneten sich etwa auch zur Linderung bei häufig schwankender Schmerzstärke, so Nolte. Hier sollten Präparate bevorzugt werden, die tageweise angepaßt werden können, so Nolte. Ergänzend kann bei Durchbruchschmerzen ein kurzwirksames Opioid verabreicht werden.

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