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Ärzte Zeitung, 25.01.2008

Opioid-Pumpe ohne Kabel und Schläuche

Batterie-betriebenes Gerät wird auf die Haut geklebt / Schmerzpatient ruft Fentanyldosis nach Bedarf ab

HAMBURG (grue). Patienten können künftig nach Operationen ihren akuten Schmerzmittelbedarf über ein kleines Gerät selbst steuern. Es wird auf den Oberarm geklebt und schleust den Wirkstoff über die Haut ins Blut.

Der neue Apparat für die Patienten-kontrollierte Analgesie (PCA) kommt ohne Kabel und Schläuche aus. Er ist mit dem Opioid Fentanyl befüllt und bringt einzelne Schmerzmitteldosen binnen zehn Minuten transdermal in den Kreislauf.

Das batteriebetriebene Gerät nutzt das Prinzip der Iontophorese. Mit Schwachstrom (170 µA) wird per Knopfdruck die programmierte Menge an ionisierten Opioid-Molekülen durch die Haut transportiert. Das sogenannte iontophoretische Patienten-aktivierte transdermale System (iPATS) reagiert deutlich schneller als die bekannten Pflaster für die Therapie chronischer Schmerzen. Die Applikation ist inzwischen als Ionsys® auf den Markt gekommen.

Das Gerät erleichtert den Pflegekräften die Arbeit.

"Das neue Verfahren für die Akutschmerztherapie ist einfach anzuwenden, und die Patienten sind damit leicht mobilisierbar", betonte Professor Stefan Grond aus Halle bei einer Veranstaltung des Unternehmens Janssen-Cilag in Hamburg. Das iPATS war in Studien ebenso wirksam und verträglich wie eine konventionelle intravenöse PCA mit Morphin, berichtete Grond. Mit der leichten Anwendung waren Pflegekräfte und Patienten gleichermaßen zufrieden.

Ein iPATS hat die Größe einer Scheckkarte und besteht aus einem Gehäuse mit einer Dosiertaste und einer LED-Leuchtanzeige. Es ist mit 80 Dosen Fentanyl zu jeweils 40 µg gefüllt, von denen der Patient maximal sechs Dosen pro Stunde abrufen kann. Der Beginn der Wirkstofffreigabe wird akustisch angezeigt. Nach Entleerung oder nach Ablauf von 24 Stunden inaktiviert sich das Gerät von selbst und kann bei Bedarf ausgetauscht werden.

Nach Angaben von Grond wird es am besten noch im Aufwachraum bei stabil auf Schmerzmittel eingestellten Patienten aufgeklebt. "Damit sind Komplikationen der konventionellen PCA, wie sie beim Programmieren oder Befüllen der i.v.-Systeme auftreten können, ausgeschlossen", erläuterte Grond.

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