Ärzte Zeitung, 11.01.2008

Durchbruchschmerz kommt und verschwindet rasch

Oral-transmukosale Therapie wirkt schnell

BERLIN (ner). Etwa die Hälfte aller Patienten mit starken chronischen Schmerzen leiden trotz guter Basismedikation an Durchbruchschmerzen. Vorteile hat hier orale transmukosale Therapie.

Gerade alte Patienten mit chronischen Schmerzen wie Tumorpatienten berichteten oft nicht über Durchbruchschmerzen, sagte Dr. Till Wagner aus Aachen beim Schmerzkongress in Berlin. Dies verhindere die angemessene Behandlung mit möglichst kurz wirksamen Opioiden.

40 bis 90 Prozent der Tumorpatienten hätten Durchbruchschmerzen, so Wagner bei einem Symposium von Cephalon. Nach Ansicht von Dr. John Zepetella aus London sind Durchbruchschmerzen häufig nicht vorhersehbare Schmerzattacken starker Intensität, die rasch beginnen und nur etwa eine halbe Stunde, dauern. Sie kommen meist an der gleichen Stelle vor wie die Dauerschmerzen.

Die Attacken ereignen sich oft mehrmals täglich spontan oder bei physischer und psychischer Belastung. Abgegrenzt werden sollten diese Schmerzen von neuropathischen Schmerzen, die auch attackenförmig auftreten, aber anders entstünden, sowie von Schmerzen aufgrund abnehmender Wirkspiegel der Basisschmerzmedikation, so Zepetella. Nicht retardierte orale Opioide seien nur bedingt bei Durchbruchschmerzen geeignet.

Denn ihre Wirkung tritt erst nach 30 bis 90 Minuten ein, wenn die Durchbruchschmerzen bereits spontan wieder abklingen. Oral-transmukosale Anwendungen von Fentanyl wie der Actiq®-Stick wirken nach etwa fünf bis zehn Minuten. Die Patienten können die Anwendung beenden, wenn eine ausreichende Analgesie erreicht ist. Die Wirkdauer beträgt ein bis zwei Stunden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »