Ärzte Zeitung, 04.04.2012

Pflegekräfte werden zu "Pain Nurses"

Schmerzenmessung, Medikation und Beratung gehören zu den Aufgaben der spezialisierten Pflegekräfte, sogenannte "Pain Nurses". Dafür müssen sie sich aber zehn Wochen weiterbilden.

KÖLN (acg). Das Aktionsbündnis Schmerzfreie Stadt Münster bietet 100 Pflegefachkräften an den Kliniken und Hospizen der Stadt eine Weiterbildung zur "Pain Nurse" an.

Diese auf Schmerzversorgung spezialisierten Pflegerinnen und Pfleger dürfen in Absprache mit den behandelnden Ärzten selbstständig Schmerzvisiten machen und die Behandlung überwachen.

Gleichzeitig sollen sie auch Patienten, Angehörige und Personal bei der Schmerztherapie schulen und diese an die individuellen Bedürfnisse der Patienten anpassen.

Die ersten 36 Absolventen haben die Schulung im Schmerzmanagement bereits durchlaufen und können sich als zertifizierte "Pain Nurses" um die Versorgung von Schmerzpatienten kümmern.

Voraussetzung für den Lehrgang ist eine Berufsausbildung in der Pflege oder in der Physiotherapie.

Bislang richtet sich die Weiterbildung an Mitarbeiter stationärer Einrichtungen in Münster, ab 2013 sollen aber auch ambulante Pflegedienste das Angebot in Anspruch nehmen können.

Pflegekräfte sind wichtig in der Schmerztherapie

"Pflegende übernehmen eine tragende Rolle in der Schmerztherapie und bilden eine Schnittstelle zwischen Arzt und Patient", sagt Professor Jürgen Osterbrink, Leiter des Aktionsbündnisses.

Von der professionellen Schmerzmessung über Medikation und schmerzlindernde Maßnahmen bis hin zu einer kompetenten Beratung der Patienten leisteten geschulte Pflegefachkräfte einen enormen Beitrag zur Qualitätssteigerung in der Schmerztherapie, so Osterbrink.

Grundlage der Fortbildung ist ein zehnwöchiger Fernlehrgang des Centrums für Kommunikation Information Bildung in Nürnberg.

Pflegefachkräfte erhalten in dieser Zeit neun Lehrbriefe zugesandt, mit denen sie sich Wissen über Schmerzmessung und -dokumentation, Tumorschmerztherapien und Beratung und Schulung von Patienten und Angehörigen aneignen.

Während einer Präsenzphase in Münster können sie ihr Wissen in Workshops und durch Vorträge vertiefen. Am Ende des Lehrgangs steht ein Online-Test. Der Lehrgang kostet 550 Euro.

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