Schmerzen

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: Die schmerzende Hüfte – Schauen Sie genau hin!

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie
Ärzte Zeitung, 18.11.2013

Bohren adé

Zahn heilt von selbst

Der Traum aller Zahnschmerz-Geplagten könnte bald wahr werden: Eine Schweizer Firma tüftelt an einem Mittel zur Selbstregeneration von Zähnen.

WINDISCH. Eine Schweizer Biotech-Firma könnte das Bohren bei kariösen Zähnen bald überflüssig machen: Die Credentis AG aus Windisch entwickelt derzeit ein neues Biomolekül, das bei der Zahnbehandlung eine Wende einläuten soll, teilt laborwelt.de mit.

"Wir wollen der Zahnmedizin zu einem Umschwung verhelfen: Weg vom Reparieren hin zum Regenerieren", wird Dominik Lysek, der Unternehmensgründer, zitiert.

Statt eines Bohrers könnte künftig eine Lösung mit dem Peptid p11-4 zum Handwerkszeug des Zahnarztes gehören.

Wirkungsmechanismus gibt noch Rätsel auf

Das kleine synthetische Molekül verbinde sich in Poren oder Mikrorissen im Zahn selbstständig zu einem Fasernetzwerk. An diese Matrix docken dann neue Zahnschmelzkristalle mit Hilfe von körpereigenem Calciumphosphat aus dem Speichel an.

Dieser Vorgang entspreche dem natürlichen Prozess, der beim Zahnwachstum abläuft, berichtet laborwelt.de. Binnen 30 Tagen sollen so kleine Läsionen dank Curodont schmerzfrei abheilen, verspricht Credentis.

"Wir wissen, dass Curodont einen Effekt hat, doch wir verstehen den Wirkungsmechanismus noch nicht im Detail", gibt Uwe Pieles, Professor für Nanotechnologie an der Fachhochschule Nordwestschweiz, laut Mitteilung von laborwelt.de zu bedenken.

Ergebnisse einer größeren Studie im Frühjahr 2014

Sein Team untersucht nun, was bei dem Verfahren auf molekularer Ebene passiert. "Die ersten publizierten Studien zeigen, dass Curodont einen Effekt aufweist", so Ivo Krejci.

Der Präsident der Zahnmedizinischen Sektion der Universität Genf will im Frühjahr 2014 die Ergebnisse einer größeren Studie vorlegen, mit der sich der Heilungseffekt des Mittels besser abschätzen lassen kann.

Wer solange nicht warten will: Die Substanz hat es in Europa bereits in den Handel geschafft, berichtet laborwelt.de. (eb)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Werden europäische Männer immer unfruchtbarer?

Männern haben immer weniger Spermien. Direkte Rückschlüsse auf Fruchtbarkeit erlaubt das nicht – es könnte aber nur die Spitze eines Eisbergs gesundheitlicher Probleme sein. mehr »

Psychotherapie soll künftig Unifach werden

Ein einheitliches Berufsbild, Studium an der Uni. Die Psychotherapeutenausbildung steht vor umwälzenden Veränderungen. Kritiker vermissen beim Entwurf aber Konkretes zum Thema Weiterbildung. mehr »

Ist die menschliche Entwicklung am Ende?

Über Hunderttausende von Jahren ist der Mensch zu dem geworden, was er heute ist. Und nun? Ein Grimme-Preisträger fragt sich, ob Unsterblichkeit erstrebenswert ist und wohin uns die Evolution führen wird - oder kann der Mensch sie austricksen? mehr »