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Ärzte Zeitung, 25.10.2004

Trotz Akuttherapie kann Migräne wiederkommen

Patienten mit mäßigen bis schweren Attacken und Wiederkehr-Kopfschmerz profitieren von langwirkendem Triptan

LONDON (grue). Etwa ein Drittel der Migräne-Patienten bekommen eine Recurrence - also Wiederkehr-Kopfschmerzen. Das hat erneut eine aktuelle Umfrage ergeben. Betroffene haben auch häufiger Attacken und häufiger schwere Attacken als Patienten ohne Recurrence. Bei Recurrence sollte deshalb ein Triptan mit lang anhaltender Wirkung verordnet werden.

Darauf hat Professor Miguel Láinez aus Valencia in Spanien auf einem internationalen Symposium des italienischen Unternehmens Menarini in London hingewiesen. Eingeladen hatte Berlin-Chemie, das zu dem italienischen Unternehmen gehört.

Stärke, Art und Dauer der Kopfschmerzen sind bei Migräne sehr verschieden. Auch Begleiterscheinungen wie Übelkeit und Lichtempfindlichkeit variieren von Patient zu Patient und manchmal auch von Attacke zu Attacke. Eine Migräne-Attacke, ob mit oder ohne Aura, dauert bei Erwachsenen im Durchschnitt 24 Stunden. Aber auch relativ kurze Attacken über vier Stunden sowie sehr langanhaltende starke Kopfschmerzen für bis zu 72 Stunden werden berichtet.

Mitunter könnten die Patienten die einzelnen Attacken kaum voneinander abgrenzen, so der Láinez, weil wiederkehrende Kopfschmerzen die erste Attacke überlagern. In einer Umfrage unter 60 Migräne-Patienten gaben 27 Prozent an, häufiger Probleme mit Wiederkehr-Kopfschmerzen zu haben. 58 Prozent von ihnen nahmen gegen die Schmerzen NSAR ein, 25 Prozent Triptane und zehn Prozent Ergotamine. Patienten mit Recurrence hatten häufiger und stärker Migräne als Patienten ohne Recurrence.

Der Neurologe empfahl, bei bekannter Recurrence ein Triptan mit langer Wirksamkeit zu verordnen. Die längste Halbwertzeit besitzt mit etwa 25 Stunden Frovatriptan (in Deutschland als Allegro® verfügbar). Diese Substanz hat deshalb auch die geringste Recurrence-Rate: im Mittel 17 Prozent. "Das ist ein wichtiges Kriterium für Patienten, deren Migräne lang anhält oder die mit Wiederkehr-Kopfschmerzen rechnen müssen", ergänzte Professor Michel Ferrari von der Uni Leiden in den Niederlanden.

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