Ärzte Zeitung, 02.11.2004

Schnell freisetzendes Phenazon macht rasch Schluß mit Migräne

Nach zwei Stunden spricht etwa jeder Zweite an

LEIPZIG (mar). Eine wirksame Option zur Therapie bei Migräneattacken ist das Analgetikum Phenazon in neuer, schnell-freisetzender Galenik. Es mindert auch die Migräne-typischen Begleitsymptome wie Übelkeit, Photo- und Phonophobie und ist gut verträglich. Das hat eine aktuelle Studie von Professor Hartmut Göbel aus Kiel ergeben. Göbel hat die Ergebnisse beim Schmerzkongreß in Leipzig vorgestellt.

In der Studie mit 208 Patienten, die ein bis sechs mittel- bis schwere Migräneattacken pro Monat hatten, nahmen die Probanden bei einer Attacke entweder 1000 mg Phenazon oder Placebo. Eingenommen wurde Phenazon in Form von zwei 500-mg-Tabletten (Migräne-Kranit®) mit neuer Galenik, die für eine schnelle Freisetzung des Wirkstoffs sorgt (Cephalalgia 24, 2004, 888).

Hauptzielkriterium war eine deutliche Reduktion der Kopfschmerzen innerhalb von zwei Stunden (von starken oder moderaten auf leichte bis keine Schmerzen). Mit Phenazon erreichten dies 49 Prozent, mit Placebo 27 Prozent. Dabei sprachen jeweils Patienten mit mittelstarker Migräne besser auf die Therapie an als diejenigen mit starken Schmerzen: 54 und 39 Prozent mit Phenazon, 32 und 17 Prozent mit Placebo. Schmerzfrei nach zwei Stunden waren mit Verum 28 Prozent (Placebo: 14 Prozent). Alle Unterschiede waren signifikant. Auch Symptome wie Übelkeit, Phono- und Photophobie wurden mit Phenazon im Vergleich zu Placebo signifikant reduziert.

Zwei Stunden nach Einnahme der Studienmedikation nahmen 38 Prozent der Patienten in der Verum-Gruppe und 70 Prozent in der Placebo-Gruppe aufgrund unzureichender Schmerzlinderung ein weiteres Medikament ein.

Die Phenazon-Responderraten nach zwei Stunden seien ähnlich hoch wie die von Acetylsalicylsäure plus Metoclopramid (43 bis 57 Prozent), einer Standardmedikation bei Attacken, so Göbel.

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