Ärzte Zeitung, 08.06.2005

Entwurf der neuen Leitlinie Migräne steht im Internet

Verfasser bitten ihre Kollegen um Kommentare

NEU-ISENBURG (gwa). Im Herbst gibt es eine neue Leitlinie zur Therapie und Prophylaxe bei Migräne, um die Behandlung Betroffener zu optimieren. Der gemeinsame Entwurf der Deutschen Gesellschaft für Neurologie und der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft steht im Internet. Die Verfasser bitten ihre Kollegen um Kommentare und konstruktive Kritik.

Welche Migräne-Therapie ist optimal? Klarheit soll bald die überarbeitete Leitlinie Migräne geben. Foto: PhotoDisc

Die bisherige Leitlinie wurde unter Federführung von Professor Hans-Christoph Diener von der Universität Essen überarbeitet. Die Migräne-Akademie, eine Initiative von MSD, hat den Entwurf auf ihrer Internetseite veröffentlicht. Kollegen, die Patienten mit Migräne behandeln, können nach kostenloser Registrierung zu dem Entwurf Stellung nehmen und damit erstmals an der Gestaltung der Leitlinie mitwirken.

Wichtige Empfehlungen und Hinweise des Entwurfs sind:

  • Triptane sind die Substanzen mit der besten Wirksamkeit bei Attacken.
  • Ergotamin als Monosubstanz gibt es nur noch als 2-mg-Tablette.
  • 25 mg bis 100 mg Topiramat sind als Prophylaxe wirksam; limitierend sind unerwünschte ZNS-Effekte.
  • 1000 mg ASS in gepufferter Form sind ähnlich wirksam wie 400 mg Ibuprofen und 50 mg Sumatriptan.
  • Pizotifen, Methysergid und Lisurid stehen in Deutschland zur Prophylaxe nicht mehr zur Verfügung.
  • Bei Attacken in der Schwangerschaft ist 1 g Paracetamol erste Wahl. Zur Prophylaxe sind zweimal 300 mg Magnesium täglich geeignet.
  • Kinder und Jugendliche können zur Prophylaxe 10 mg Propranolol pro Kilogramm Körpergewicht oder 5 mg Flunarizin bekommen.
  • Akupunktur reduziert die Häufigkeit von Attacken.
  • Sport und Verhaltenstherapien sind wichtige Ergänzungen der medikamentösen Therapie.

Die Leitlinie steht im Internet unter http://www.migraene-akademie.de

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