Schmerzen

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Modul: Die schmerzende Hüfte – Schauen Sie genau hin!

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Ärzte Zeitung, 20.06.2008

KOMMENTAR

Die Angst ist stärker als der Schmerz

Von Thomas Müller

Angst ist für viele Deutsche ein wirksames Analgetikum - auf diese Idee kann man kommen, wenn man das Ergebnis einer internationalen Studie zu Selbstmedikation bei banalen Schmerzen betrachtet. Denn 62 Prozent der Deutschen leiden lieber, als gelegentlich ein Schmerzmittel zu nehmen - aus Angst vor möglichen Nebenwirkungen. In anderen Ländern gibt es solche Vorbehalte deutlich seltener.

Selbst Schuld, könnte man jetzt sagen, wenn die Angst so groß ist, wird der Schmerz entsprechend klein sein. Doch ganz so einfach ist es nicht. Glaubt man den Daten, so lassen deutsche Eltern auch ihre Kinder unnötig leiden, weil sie bei ihnen noch mehr Angst von Medikamenten-Nebenwirkungen haben. Wenn nur vier Prozent der Eltern in Deutschland ein Analgetikum geben, sobald das Kind vor Schmerzen schreit, dann lässt sich das fast nur mit einer irrationalen Arzneiphobie erklären.

Immerhin: Hier können Ärzte und Apotheker ansetzen. Denn diese haben in Deutschland noch immer einen sehr großen Einfluss auf die Selbstmedikation. Dringend nötig ist daher, die Patienten über einen vernünftigen Umgang mit Schmerzmitteln zu informieren und unbegründete Ängste zu zerstreuen. Dies gilt besonders für die Schmerztherapie bei Kindern. Vielen Eltern ist offenbar nicht klar, welche Schmerzmittel sie Kindern unter welchen Umständen geben können. Eine gute Aufklärung kann hier viel Leid ersparen.

[24.06.2008, 12:21:30]
Dipl.-Psych. Wolfgang Ebers 
Angst fördert Schmerztoleranz
Manchmal ist Angst offensichtlich kein schlechter Ratgeber. Bei jedem Wehweh-chen Tabletten schlucken erhöht zwar die Umsätze der Pharma, senkt aber die Schmerztoleranz. Schmerztherapeuten können hiervon ein Lied singen. Einen vernünftigen Weg zwischen notwendigem und zeitpunktgemäßem Einsatz von Medikationen und alternativem Schmerzverhalten (Ablenken, Entspannen, Aushaltem etc.) könnte nur durch den Hausarzt und öffentliche Medien vermittelt werden. Doch dem Hausarzt fehlt meist die Zeit, den Medien ein finanzstarker Auftraggeber - den daran interessierten Krankenkassen werden entsprechende Unterstützungen nicht zuletzt als reine Marketingmaßnahmen vorgeworfen. Für ein bekanntes Wegwerf-tageblatt wäre aber der Aufmacher "Deutsche quälen ihre Kinder" sicherlich eine Schlagseite wert. zum Beitrag »

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