Ärzte Zeitung, 02.11.2012

Erkenntnis ausgezeichnet

Rückenschmerzen durch Meiden von Bewegung

MANNHEIM (eb). Nicht Angst vor Bewegungen, sondern deren Vermeidung fördert Rückenschmerzen.

Für diese Entdeckung ist die Göttinger Forscherin Dr. Antonia Barke beim Deutschen Schmerzkongress in Mannheim mit dem Ersten Preis der Kategorie Klinische Forschung des Förderpreises für Schmerzforschung 2012 ausgezeichnet worden.

Mit bildgebenden Methoden hat die Wissenschaftlerin ein gängiges Konzept in Frage gestellt, wie die Deutsche Schmerzgesellschaft e. V. mitgeteilt hat.

Sie vergibt jährlich den mit 7.000 Euro dotierten Preis; Stifterin ist das Unternehmen Grünenthal aus Aachen.

[05.11.2012, 17:11:23]
Dr. Walther J. Kirschner 
Rückenschmerzen -komplexes Geschehen
Cave: Bei Erklärungsversuchen von Rückenschmerzen sollten Ursachen und Wirkungen nicht verwechselt werden. Es stellt sich nicht die Farge, ob Angst vor Bewegungen oder die Vermeidung von Bewegungen zu Rückenschmerzen führt. Beide Vorgänge stehen in engem Kontext zu Rückenschmerzen.

Selbstredend kann es zu Ängsten vor Bewegungen kommen, wenn dabei Schmerzen aufgetreten waren - es gilt, diese in wiederholten Situationen zu vermeiden. So reagieren oft Patienten, unbeschadet dessen, wie diese Phänomene von objektiver Perspektive (Arzt, Forscher) interpretiert werden.

Ebenso evident ist, daß das Vermeiden von Bewegung(en) zu Rückenschmerzen führen kann (Fehlhaltungen, Dekonditionierungen muskulärer und neurogener Art etc.).

Bewertung: keine neue Erkenntnis aus medizinischer Forschung, sondern seit jeher basales Wissen jedes praktischen Arztes und jedes Orthopäden ohnehin.
Relevantere Fragestellungen: Verbesserungen /Optimierungen therapeutischer Optionen - Revision Nutzen-Risiko-Profile traditioneller Therapieverfahren, neue nachhaltige Konzepte interdisziplinär/integrativ etc.

Dr. med. Walther Kirschner
FA Orthopädie et al.  zum Beitrag »

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