Ärzte Zeitung, 19.12.2006

Neuer Cox-2-Hemmer kommt im Januar auf den Markt

Lumiracoxib eignet sich für bedarfsgerechte Therapie / Im Vergleich zu klassischen NSAR kein signifikanter Unterschied bei kardiovaskulärem Risiko

MÜNCHEN (wst). Mit Lumiracoxib steht ab dem 2. Januar in Deutschland ein neuer selektiver Cox-2-Hemmer zur Therapie bei aktivierten Hüft- und Kniegelenks-Arthrosen zur Verfügung. Im direkten Vergleich zu traditionellen NSAR gibt es beim kardiovaskulären Risiko keinen signifikanten Unterschied, Lumiracoxib ist gastrointestinal jedoch besser verträglich.

Ein weiterer Vorteil des neuen Cox-2-Hemmers: Das Medikament hat eine kurze Plasma-Halbwertszeit und reichert sich in der Synovia an. Darauf hat Professor Kay Brune von der Uni Erlangen hingewiesen. Die kurze Eliminierungszeit von zwei bis vier Stunden ermögliche eine bedarfsgerechte Therapie. Die Patienten können bei Bedarf nach einigen Stunden eine zweite Dosis einnehmen.

Zu Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit von Lumiracoxib (Prexige®) liegen Ergebnisse vieler Studien mit über 34  000 Patienten vor, sagte Professor Gerd-Rüdiger Burmester von der Charité in Berlin auf der Einführungspressekonferenz von Novartis. Bei der Wirksamkeit gegen arthrosebedingte Schmerzen, Krankheitsaktivität und Gelenkfunktions-Einschränkungen sei mit einmal täglich 100 mg Lumiracoxib eine deutliche, signifikante Überlegenheit zu Placebo und eine Äquivalenz zu 200 mg Celecoxib belegt worden.

Für die gastrointestinale, kardiovaskuläre und allgemeine Sicherheit von Lumiracoxib verwies Burmester auf die Ergebnisse der TARGET*-Studie. Aufgenommen in die Studie wurden über 18 000 Arthrose-Patienten. Die Hälfte davon erhielten einmal täglich Lumiracoxib in der hohen Dosierung von 400 mg, etwa ein Viertel bekamen zweimal täglich 500 mg Naproxen und ein weiteres Viertel dreimal täglich 800 mg Ibuprofen.

Im Verlauf der einjährigen Studie hatten 0,9 Prozent der Patienten mit konventioneller NSAR-Therapie Ulkus-Komplikationen wie Blutung, Perforation oder Obstruktion im oberen Gastrointestinal-Trakt, mit Lumiracoxib nur 0,32 Prozent. Dies entspricht einer signifikant um 66 Prozent geringeren Rate.

Beim kombinierten sekundären Endpunkt tödliche und nichttödliche kardio- und zerebrovaskuläre Ereignisse wurde kein signifikanter Unterschied zwischen Patienten mit traditionellen NSAR und Patienten mit Lumiracoxib festgestellt (0,55 versus 0,65 Prozent).

*TARGET: Therapeutic Arthritis Research and Gastrointestinal Event Trial with Lumiracoxib

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