Ärzte Zeitung, 28.06.2007

Hyaluronsäure gegen Arthrose und Schmerzen im Großzeh

Einmalige Injektion reduzierte in Studie Schmerzen stärker als Kortikoid / Kollegen setzen auf antientzündliche und chondroprotektive Effekte

BARCELONA (ner). Arthrose-Schmerzen im Großzehen-Grundgelenk können mit einer Hyaluronsäure-Injektion gelindert werden. Spanische Orthopäden empfehlen die Therapie im Anfangsstadium eines Hallux rigidus.

Die Kollegen prüften die Effekte jeweils einer einzigen intraartikulären Injektion entweder eines Hyaluronsäure-Präparates (Ostenil® mini) oder des Kortikoids Triamcinolon in das Großzehen-Grundgelenk. Es nahmen 37 Patienten mit Arthrose im Großzehen-Grundgelenk teil; drei Patienten erhielten Injektionen in beide Großzehen. Gemessen wurden die Schmerzen nach einer 20-m-Gehstrecke mit der visuellen Analogskala (100 mm).

Die Hyaluronsäure-Therapie schnitt in einigen Punkten signifikant besser ab, etwa bei der Schmerzreduktion: Innerhalb von drei Monaten reduzierte sich der Schmerzscore in der Hyaluronsäuregruppe von 61 mm auf 24 mm, in der Kontrollgruppe von 59 auf 36 mm. Dieser Unterschied war signifikant, wie Dr. Miquel Pons vom Hospital Sant Rafael in Barcelona in Spanien und seine Kollegen berichteten (Foot & Ankle International 28, 2007, 38).

Der AOFAS*-Score zur Hallux-Evaluation, mit dem unter anderem die Beweglichkeit bewertet wird, besserte sich in der Hyaluronsäuregruppe ebenfalls signifikant stärker als in der Kontrollgruppe. Bei anderen Punkten, etwa Schmerzen bei Ruhe, bei der Palpation sowie bei passiver Bewegung ergaben sich signifikante Effekte beider Therapien im Vergleich zum Ausgangswert, ohne dass statistisch signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen auftraten. In beiden Gruppen gab es keine wesentlichen unerwünschten Wirkungen.

Die Hyaluronsäure-Therapie bei Arthrose ist bereits an verschiedenen Gelenken etabliert, etwa am Kniegelenk, wird aber auch am Metacarpophalangealgelenk, an der Schulter, der Hüfte oder am Sprunggelenk angewandt. Davon versprechen sich Kollegen sowohl eine antientzündliche als auch chondroprotektive oder gar knorpelregenerative Wirkung. So nehmen nach Angaben von Pons die Chondrozyten-Dichte ebenso wie reparative Vorgänge am Knorpel zu. Die spanischen Kollegen teilten auch mit, dass sich nach einem Jahr etwa die Hälfte der Studienteilnehmer beider Gruppen wegen fortgesetzter Schmerzen oder Funktionseinschränkungen operieren ließen.

*AOFAS: American Orthopaedic Foot and Ankle Society Score: Er enthält Subscores für Schmerzen (40 Punkte), Funktion (45 Punkte) und Zehenausrichtung (15 Punkte).

STICHWORT

Hallux rigidus

Bei Hallux limitus und rigidus handelt es sich um eine Arthrose im Großzehengrundgelenk mit oder ohne Valgusfehlstellung. Beim Hallux limitus sieht man erst geringe Zeichen der Gelenksdestruktion. Der Zeh ist aber in seiner Beweglichkeit beim Abrollen eingeschränkt, also limitiert. Es handelt sich um ein Vorstadium des Hallux rigidus, der steifen Großzehe. Bei Hallux rigidus sind Bewegungseinschränkung und Arthrosezeichen noch stärker ausgeprägt. (eb)

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