Rheuma

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: Reaktive Arthritis: Pathogenese – Diagnose – Therapie

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie
Ärzte Zeitung, 08.07.2014

Computersoftware

Gendefekte werden am Gesicht erkannt

Genetische Krankheiten an einem digitalen Passbild erkennen? Eine neue Software britischer Forscher macht das möglich.

OXFORD. Speziell ausgebildete Ärzte erkennen seltene genetische Krankheiten an charakteristischen Ausprägungen der Krankheit im Gesicht Betroffener, erinnert "laborwelt.de". Eine solche Diagnose sei allerdings nur bei 30 bis 40 Prozent der Fälle möglich. Eine neue Computersoftware könnte hier Unterstützung bieten.

Wie ihre Entwickler von der Universität Oxford im Fachjournal eLIFE (eLife 2014; 3: e02020) berichten, kann sie lernen, Gesichter auf digitalen Fotos zu analysieren. Bestimmte Merkmale kann sie dann mit hoher Trefferquote genetischen Krankheiten zuordnen.

Um das System zu trainieren, fütterten die Wissenschaftler um Christoffer Nellaker das Programm mit öffentlich verfügbaren Porträts von Menschen mit acht verschiedenen genetischen Störungen. "Die Software analysiert automatisch das Bild und legt Schlüsselmerkmale an bestimmten Punkten des Gesichts fest", wird Nellaker in der Veröffentlichung auf "laborwelt.de" zitiert.

Daraufhin liefert die Anwendung eine Beschreibung der zur Unterscheidung der Krankheit wichtigen Merkmale. Anschließend werden die Informationen mit Fotos von Patienten mit diagnostizierten Krankheiten abgeglichen. Das Ergebnis des Software-Trainings war verblüffend: In 93 Prozent der Fälle lieferte der Computer eine richtige Prognose.

Inzwischen soll das Programm 90 Krankheiten unterscheiden, so "laborwelt.de". 2500 Fotos seien nötig gewesen, um der Anwendung dieses Unterscheidungsvermögen beizubringen.

Sogar neue Krankheiten könnten identifiziert werden, wenn der Computer Muster erkennt, die medizinisch noch nicht beschrieben sind. Eine denkbare Erweiterung: die Analyse von 3D-Fotos. "Noch ist die Entwicklung nicht genau genug um eine felsenfeste Diagnose zu liefern", so Nellaker.

Sollte es jedoch so weit sein, wollen die Forscher ihre Erfindung weltweit einsetzen, etwa um genetische Störungen bei Neugeborenen zu diagnostizieren. (eb)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Personal-Notstand auf deutschen Intensivstationen

Auf deutschen Intensivstationen fehlen mehr als 3000 Spezialpflegekräfte. Die Krankenhäuser wollen reagieren. Das Personal denkt über einen Großstreik nach. mehr »

HIV-Impfung generiert Immunantwort

Eine Impfung gegen HIV ist in frühen klinischen Studien. Erste Ergebnisse sind positiv. mehr »

Warum die Putzhilfe glücklich macht

Putzen, Wäsche waschen, Kochen: Viele Menschen empfinden all das als nervige Pflichten. Wer Geld hat, kann andere für sich arbeiten lassen - und fühlt sich dann zufriedener. Das haben Forscher herausgefunden. mehr »