Ärzte Zeitung, 21.04.2005

Raloxifen reduziert Gefahr von Brüchen und Brustkrebs

Therapie erster Wahl bei Osteoporose nach Menopause

WIESBADEN (arn). Der selektive Östrogenrezeptor-Modulator (SERM) Raloxifen ist nach DVO-Leitlinien eine Therapie der ersten Wahl bei Osteoporose-Patientinnen in der Postmenopause. Ein zusätzliches Plus ist die signifikante Risikoreduktion für invasive Mammakarzinome. Das Medikament wird einmal täglich eingenommen.

Aufgrund der Ergebnisse der MORE- (Multiple Outcome of Raloxifen Evaluation) Studie wurde Raloxifen in den Leitlinien des Dachverbandes Osteologie (DVO) zusammen mit den Bisphosphonaten Alendronat und Risedronat als Therapie der ersten Wahl bei Frauen in der Postmenopause mit Osteoporose eingestuft. Darauf wies Privatdozent Peyman Hadji von der Universität Marburg hin.

Zur Erinnerung: In MORE wurden 7705 Frauen in der Postmenopause mit Osteoporose untersucht. Die Studienteilnehmerinnen wurden nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen eingeteilt. Die Frauen erhielten zusätzlich zu einer Substitution mit Kalzium und Vitamin D entweder Raloxifen oder Placebo.

Innerhalb von vier Jahren konnte durch den SERM eine signifikante Reduktion des vertebralen Frakturrisikos sowohl in der Gruppe mit als auch ohne vorbestehende Wirbelfrakturen um etwa ein Drittel bis 50 Prozent erreicht werden.

Das berichtete Hadji auf einem Satellitensymposium von Merckle Recordati beim Internistenkongreß in Wiesbaden. Raloxifen wirkt rasch: Bereits nach einem Jahr habe die Risikoreduktion für neu aufgetretene Wirbelfrakturen im Vergleich zu Placebo 68 Prozent betragen.

Hadji wies darauf hin, daß Raloxifen (vom Unternehmen angeboten als Optruma®) noch einen Zusatznutzen bietet: So wurde in der MORE-Studie ein deutlicher Schutz vor invasiven Mammakarzinomen erreicht: Die Rate rezeptorpositiver Tumoren lag um 90 Prozent unter der in der Placebo-Gruppe. Der präventive Effekt bleibe über acht Jahre erhalten.

Das belegten die Ergebnisse der CORE- (Continuing Outcomes Relevant to Evista) Studie, der Anschlußstudie von MORE. Frauen mit erhöhtem Herz-Kreislauf-Risiko profitierten von Raloxifen außerdem mit einer Senkung kardiovaskulärer Ereignisse um etwa 40 Prozent.

Das Sicherheitsprofil von Raloxifen stufte Hadji als günstig ein. Bei jungen Frauen könnten Hitzewallungen auftreten. Bei Frauen über 65 Jahre habe er diesen Effekt aber nie beobachtet. Da in der MORE-Studie unter Raloxifen-Therapie eine erhöhte Thromboserate dokumentiert wurde, sei das SERM bei Frauen mit venösen Thromboembolien in der Anamnese kontraindiziert.

Weitere Vorteile seien die gute gastrointestinale Verträglichkeit und daß das Medikament nur einmal täglich unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden könne, so Hadji.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Welche Stoffe in Energy-Drinks wirken auf Herz und Kreislauf?

Energy-Drinks haben eine durchschlagende Wirkung: Es kommt zu signifikanten Verlängerungen des QTc-Intervalls, und der systolische Blutdruck ist erhöht. Möglicherweise ist dafür nicht nur das Koffein verantwortlich. mehr »

Das war der Ärztetag 2017 in Bildern

Das war er nun, der 120 Ärztetag in Freiburg. Unsere Bildergalerie zeigt die schönsten, spannendsten Momente des viertägigen Kongresses. mehr »

Grünes Licht für GOÄ-Reformprozess

Der Deutsche Ärztetag hat den Verhandlungsführern für die GOÄ-Reform am Donnerstagabend grünes Licht für den weiteren Novellierungsprozess gegeben. mehr »