Ärzte Zeitung, 20.07.2005

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Richtige Therapie bei Osteoporose heißt: klotzen, nicht kleckern!

Nach Frakturen reicht Basistherapie allein nicht

ABERDEEN (ikr). Wer bei Patienten mit manifester Osteoporose klotzt und Kalzium (Ca) und Vitamin D immer kombiniert mit einem spezifischen Osteoporose-Mittel verordnet, macht es richtig. Nur Ca plus Vitamin D zu verordnen, bringt nach einer neuen Studie wohl nicht viel.

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Bei Osteoporose-Kranken mit Frakturen auf spezifische Mittel wie Bisphosphonate zu verzichten und auf den positiven Effekt nur von Ca plus Vitamin D zu vertrauen, heißt am falschen Ende zu sparen, bestätigt jetzt eine Studie mit 5292 Teilnehmern. Alle hatten eine Fraktur infolge eines Traumas ohne große Krafteinwirkung (Lancet 365, 2005, 1621).

Bei solchen Frakturen besteht starker Verdacht auf Osteoporose. Behandelt wurde mit täglich 800 IE Vitamin D3 oder 1000 mg Ca, mit beidem oder mit Placebo. Nach bis zu fünf Jahren gab es 698 neue Frakturen. Dabei war egal, wie behandelt worden war: So war die Frakturrate unter Ca/Vitamin D mit 12,6 Prozent ähnlich der unter Placebo (13,4 Prozent).

"Ca und Vitamin D genügen zwar nicht, wie die Daten bestätigen, aber sie ergänzen die spezifische Medikation", sagte der Osteoporose-Experte Professor Johann Ringe aus Leverkusen zur "Ärzte Zeitung". Für spezifische Osteoporose-Mittel ist belegt, daß sie kombiniert mit Ca und Vit D die Frakturrate signifikant senken.

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