Ärzte Zeitung, 08.07.2008

Plädoyer zur guten Vitamin-D-Versorgung

Mindestens im Winter ist bei alten Menschen zur Sturzprophylaxe Substitution nötig

MÜNCHEN (sto). Zumindest in den Wintermonaten empfehlen Osteoporose-Experten wie Professor Helmut Minne aus Bad Pyrmont älteren Menschen ab 65 Jahren, täglich Vitamin D zu substituieren. Das sei besonders für ältere Frauen wichtig, um das Frakturrisiko zu reduzieren.

Da auf der Nordhalbkugel zwischen November und April Vitamin D nicht ausreichend gebildet wird, sollte jeder Mensch im Alter über 65 Jahren in dieser Zeit täglich Vitamin D aufnehmen, empfahl Minne bei der 8. Konferenz der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Anti-Aging-Medizin in München.

1000 IE pro Tag sollten es allerdings schon sein, so der Endokrinologe. Der Aufenthalt im Freien sei aber nicht ausreichend, da dem Sonnenlicht in den Wintermonaten wichtige Komponenten fehlen, die für die Bildung von Vitamin D benötigt werden.

Zwei Studien haben nach Angaben von Minne belegt, dass die tägliche Einnahme von Vitamin D die Frakturrate um etwa 20 Prozent reduziert. Vitamin D beeinflusse die Muskelfunktion positiv und reduziere die unbewusste Körperschwankung.

Dadurch komme es zu weniger Stürzen und infolgedessen besonders bei Patienten mit Osteopenie oder Osteoporose auch zu weniger Frakturen, erinnerte Minne. Bei älteren Frauen, die regelmäßig Kalzium plus Vitamin D einnehmen, kommen nach aktuellen Studiendaten deutlich weniger Stürze und weniger Frakturen vor als bei jenen, die keines von beiden oder nur Kalzium einnehmen.

Vitamin D erhöht auch die enterale Kalziumabsorption. Das heißt: Nur wer genügend Vitamin D hat, kann das aufgenommene Kalzium optimal verwerten. Deshalb gilt auch: Die ausreichende Versorgung mit Kalzium allein genüge offenbar nicht zur Stärkung der Knochen, so Minne.

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