Ärzte Zeitung, 07.03.2011

Frauen mit Radiusfraktur: Jede dritte hat Osteoporose

Auch Frauen unter 60 Jahre und Männer sind häufig betroffen 

BERGEN (ikr). Bei Patienten mit distaler Radiusfraktur lohnt eine Knochendichtemessung, auch wenn diese erst Anfang 50 sind. Denn viele der Betroffenen haben eine Osteoporose und somit - unbehandelt - ein hohes Risiko für weitere Frakturen.

Frauen mit Radiusfraktur: Jede dritte hat Osteoporose

Messung der Knochenmineraldichte mit der DXA-Methode

© Klaro

Norwegische Forscher haben die Prävalenz der Osteoporose bei 664 Frauen und 85 Männern ermittelt, die eine distale Radiusfraktur ohne große Krafteinwirkung erlitten hatten (JBJS 2011; 93: 348).

Als Vergleich diente eine Kontrollgruppe mit 554 Frauen und 54 Männern ohne solche Frakturen. Bei allen Patienten wurde die Knochenmineraldichte nach dem Standardverfahren, der DXA (Dual-X-Ray-Absorptiometrie)-Methode, gemessen, und zwar an der Hüfte und an der Lendenwirbelsäule.

Die Messungen ergaben eine Osteoporose-Prävalenz von 34 Prozent bei den Frauen mit Radiusfraktur. In der Kontrollgruppe hatten hingegen nur 10 Prozent der Frauen eine Osteoporose.

Bei den Männern war es ähnlich: 17 Prozent der Männer mit und nur 13 Prozent der Männer ohne Fraktur hatten eine Osteoporose. Selbst bei den jüngeren Studienteilnehmern gab es einen deutlichen Unterschied in der Osteoporose-Prävalenz.

Sie betrug etwa bei den 50- bis 59-jährigen Frauen mit Fraktur 18  Prozent und bei Frauen dieses Alters in der Kontrollgruppe 5 Prozent. Bei den 60- bis 69-jährigen waren es entsprechend 25 versus 7 Prozent.

Eine Osteoporose war bei Frauen und Männern signifikant mit distalen Radiusfrakturen assoziiert. Die norwegischen Forscher raten bei über 50-jährigen Patienten mit distaler Radiusfraktur zur Osteodensitometrie, um zu klären, ob die Betroffenen eine Osteoporose-Therapie benötigen.

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