Ärzte Zeitung, 31.08.2005

Gute Daten für Schmerzpflaster bei Rheuma

WIEN (grue). Patienten mit schmerzhafter rheumatoider Arthritis (RA) erhalten meist nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) oder schwach wirksame Opioide. Eine weitere Option sind Schmerzpflaster mit dem Opioid Fentanyl.

"Mit einem solchen Pflaster kann die Schmerztherapie von Rheuma-Patienten wirksam aufgebaut werden", sagte Professor Richard Langford aus Manchester bei einer Veranstaltung von Janssen-Cilag während des Rheumatologenkongresses in Wien. Wie das funktionieren kann, wurde in einer kontrollierte Studie belegt.

416 Patienten mit schwerer RA und unzureichend gelinderten Schmerzen wurden unter Fortführung ihrer bisherigen Schmerzmedikation auf zwei Gruppen verteilt, die für sechs Wochen mit Placebo- oder Fentanylhaltigem (Durogesic®) Pflaster behandelt wurden. Die Patienten konnten nach Bedarf alle 72 Stunden ein bis vier Pflaster aufkleben, was einer Wirkstoff-Freisetzung von 25 bis 100 µg pro Stunde in der Verumgruppe entsprach. Danach wurden die Pflaster langsam wieder abgesetzt.

Wie Langford berichtete, hatten Patienten aus der Verumgruppe am Studienende signifikant weniger Schmerzen, gemessen auf einer visuellen Analogskala. Zudem brauchten sie im Vergleich zur Placebogruppe weniger Pflaster (1,6 vs. 2,4 pro Pflasterwechsel) und hatten insgesamt weniger rheumatische Beschwerden.

In beiden Gruppen brachen allerdings je etwa die Hälfte der Patienten die Behandlung vorzeitig ab. In der Placebogruppe stiegen sie vor allem wegen mangelnder Wirksamkeit aus. In der Verumgruppe hatten die Patienten eher Probleme mit der Verträglichkeit, obwohl nur bei einem Patienten eine schwere unerwünschte Wirkung unter der Pflaster-Therapie gemeldet wurde.

Als einen weiteren möglichen Grund nannte Langford, daß die Patienten, die alle für eine Hüft- oder Knieoperation angemeldet waren, bereits eine optimierte Schmerztherapie mit schwachwirksamen Opioiden bekamen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »