Rheuma

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: Reaktive Arthritis: Pathogenese – Diagnose – Therapie

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie
Ärzte Zeitung, 21.06.2007

Rheumatoide Arthritis - da ist Bewegung doppelt wichtig

Entzündungsmediatoren werden gehemmt / Gelenke und Gefäße profitieren

BARCELONA (gvg). Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA) sollten zu körperlicher Bewegung motiviert werden. Regelmäßiger Sport hilft wohl Herz und Gelenken gleichermaßen.

Das macht Spaß, ist gut fürs Herz und nützt bei Arthritis auch noch den Gelenken: Bewegung in der Gruppe. Foto: obs/TK

"In den meisten europäischen Ländern bewegen sich Patienten mit RA sehr wenig", sagte Dr. Tuulikki Sokka aus Finnland beim europäischen Rheuma-Kongress EULAR 2007. Daten dazu lieferte jetzt eine europaweite Befragung von über 5000 RA-Patienten in zwanzig Ländern. In der Studie wurden die Patienten etwa gefragt, wie oft sie sich körperlich so stark betätigen, dass sie dabei ins Schwitzen kommen.

"71 Prozent der RA-Patienten geben an, überhaupt nicht regelmäßig sportlich aktiv zu sein", so Sokka. Nur 15 Prozent machen ein- bis zweimal die Woche mindestens eine halbe Stunde lang Sport. Weitere 14 Prozent tun dies dreimal die Woche oder häufiger.

Dabei kann Sport gerade bei RA-Patienten vielfältige positive Effekte haben, wie Dr. Ingrid Lundberg aus Schweden betonte. So sei belegt, dass Sport die Bildung entzündungsfördernder Zytokine wie TNFα oder Interleukin-6 hemmen kann. "Sport wirkt damit in gewisser Weise synergistisch zur antirheumatischen Therapie", so Lundberg. Der Effekt scheint zudem "dosisabhängig" zu sein: Je mehr sich ein Mensch aerob körperlich betätigt, umso ausgeprägter werden die Botenstoffe gehemmt.

Die günstige Wirkung auf Entzündungsmediatoren ist aber nicht der einzige Faktor, der Sport zu einer attraktiven Begleittherapie bei RA macht. Weil RA-Patienten auch Risikopatienten für Myokardinfarkte und Schlaganfälle sind, dürften sie - ähnlich wie Gesunde - von körperlicher Bewegung auch kardiovaskulär profitieren. "Wie hoch der Nutzen bei RA-Patienten ist, können wir bisher nicht sagen, weil es dazu noch kaum Studien gibt", so Sokka. Sie sieht aber keinen Grund, warum die für gesunde Probanden beschriebene Verringerung der kardiovaskulären Ereignisrate durch mehrmals wöchentliche sportliche Betätigung um etwa ein Drittel nicht auch für RA-Patienten erreichbar sein sollte.

Weitere Infos zu Rheuma im Internet: www.rheumanet.org und www.eular.org

Welcher Sport bei Arthritis?

Geeignet sind bei RA Sportarten, bei denen alle Gelenke schonend bewegt und die Muskeln gestärkt werden: Schwimmen, Radfahren, Skilanglauf, Tanzen. Abzuraten ist von Sportarten mit Stoß- und Schlagbewegungen und hohem Verletzungsrisiko: Tennis, Fußball, Handball. Im Erkrankungsschub sollten die Aktivitäten reduziert werden. Belastbarkeit und der Grad der Beeinträchtigung müssen individuell berücksichtigt werden. (hub)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »