Ärzte Zeitung, 17.06.2010
Zähneputzen schützt auch Herz und Hirn
Seltenes Zähneputzen ist mit erhöhter kardiovaskulärer
Erkrankungsrate assoziiert
LONDON (hub). Eine schlechte Mundhygiene geht mit
einem erhöhten kardiovaskulären Risiko einher. Das belegt eine aktuelle
Studie aus London.

Wer regelmäßig Zähne putzt, tut auch
etwas für seinen Gefäßschutz.
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Ana Blazic / fotolia.com
Darin wurden fast 12 000 Männer und
Frauen mit einem Altersdurchschnitt von 50 Jahren befragt, wie oft sie
ihre Zähne putzen. Die Antworten wurden später mit Daten aus Kliniken
abgeglichen. Innerhalb von acht Jahren gab es 555 kardiovaskuläre
Ereignisse, darunter 170 tödliche.
Heraus kam bei der Korrelation mit den Daten zum Zähneputzen:
Wer nur einmal am Tag seine Zähne putzt, hat ein 30 Prozent erhöhtes
Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse. Wer noch seltener putzt, erhöht
sein CV-Risiko sogar um 70 Prozent. Verglichen wurde jeweils mit Personen, die
zweimal täglich zur Zahnbürste greifen (BMJ 2010; 340: c2451).
Der seltene Griff zur Zahnbürste war auch mit einer erhöhten
Sterberate in Folge einer kardiovaskulären Erkrankung verbunden: Sie
war um 10 Prozent erhöht bei einmal täglichem Putzen, um 50 Prozent,
wenn seltener geputzt wurde. Konsistent mit diesen Ergebnissen ist auch
der Befund erhöhter Werte von Entzündungsparametern wie CRP.
Mit dieser Studie wird erneut der Zusammenhang zwischen
Zahngesundheit und Gefäßen gezeigt. Auch zwischen Rheumatoider
Arthritis und Parodontose wurde eine entsprechende Beziehung
beschrieben. Und unter
entzündlichem Rheuma leiden bekanntlich auch die Gefäße (wir
berichteten). Als ein möglicher gemeinsamer Pathomechanismus
wird das Bakterium Porphyromonas gingivalis diskutiert. Es
ist wesentlich für Entstehen und Fortschreiten einer Parodontitis und
führt zur Citrullinierung von Peptiden bei RA.

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