Urologie

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Ärzte Zeitung, 23.06.2016

Israelische Studie

Hodentorsion ohne Einfluss auf Fertilität

Die Angst, dass nach Hodentorsion der Traum vom eigenen Kind platzt, ist einer israelischen Studie zufolge unbegründet.

JERUSALEM. Welchen Einfluss eine Hodentorsion auf die Zeugungsfähigkeit hat, ist bislang unklar. Immer wieder wird allerdings befürchtet, dass nach einer solchen Komplikation die Familienplanung in die Brüche geht.

Ilan Gielchinsky vom Hadassah-Hebrew University Medical Center in Jerusalem und Kollegen haben jetzt die Schwangerschaftsraten von Paaren, bei denen der Mann eine Hodentorsion erlitten hatte, im Rahmen einer retrospektiven Beobachtungsstudie untersucht (J Urol 2016, online 23. April).

Die Urologen werteten die Daten von 63 Patienten aus, die sich zwischen 1994 und 2014 in der Notfallambulanz ihrer Klinik wegen einer Hodentorsion eingefunden hatten. 41 Männer waren nach Detorsion des betroffenen Hodens beidseitig per Orchidopexie (Opx) versorgt worden, bei 22 wurde der betroffene Hoden entfernt und der kontralaterale per Opx fixiert.

Alle in die Studie eingeschlossenen Männer waren älter als 25 Jahre, hatten normale kontralaterale Hoden und befanden sich in einer Partnerschaft, in der innerhalb des nächsten Jahres eine Schwangerschaft erwünscht war. Die Patienten wurden kontaktiert und per Fragebogen über ihren derzeitigen Familienstand befragt.

Hodentorsion ohne Einfluss auf Zeugungsfähigkeit

Nach Opx vergingen bis zum Eintritt einer Schwangerschaft im Mittel 6,6 Monate, nach Orchiektomie (Oec) 7,2 Monate. Die Schwangerschaftsraten nach beiden Eingriffen waren ähnlich hoch (90,9 bzw. 90,2 Prozent), gegenüber einer Rate von 82 bis 92 Prozent in der Allgemeinbevölkerung nach zwölf Menstruationszyklen.

Die Quote an Lebendgeburten lag bei 87,8 bzw. 86,3 Prozent. In der Opx-Gruppe blieben vier Männer infertil, in der Oec-Gruppe zwei. Von den vier Paaren, die die Möglichkeit einer In-vitro-Fertilisation nutzten, waren drei erfolgreich.

Nach einer Hodentorsion sind Männer ebenso zeugungsfähig wie Männer ohne diese Komplikation, so das Fazit der Autoren. (st)

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