Ärzte Zeitung, 05.10.2010

Therapien gegen überaktive Blase wurden bewertet

LONDON (ars). Die Anticholinergika-Therapie bei Patienten mit überaktiver Blase haben britische Forscher in einer Kosten-Nutzen-Analyse bewertet: das ältere Antimuskarinikum Oxybutynin und die neueren Präparate Solifenacin, Tolterodin, Darifenacin und Fesoterodin (BJU Int 2010; 106: 506).

Demnach hat Solifenacin im Vergleich zu den anderen Wirkstoffen den höchsten klinischen Nutzen. Der damit assoziierte QALY-Wert, eine Kennzahl für die Bewertung eines Lebensjahres in Relation zur Gesundheit, war damit am besten. Das galt für alle drei Merkmale der überaktiven Blase: Harndrang, Miktionshäufigkeit und Inkontinenz.

Zudem war die Behandlung mit Solifenacin - berücksichtigt wurden Medikamente und Arztbesuche - kostengünstiger als mit anderen neuen Anticholinergika, berichtet die Arbeitsgruppe um Professor Linda Cardozo aus London. Mit Solifenacin war weiterhin die Abbruchrate gering.

In einer offenen Praxisstudie mit 4450 Patienten hat sich Solifenacin auch bei Patienten mit erhöhtem kardiovaskulären Risiko bewährt. Selbst bei Herz-Kreislauf-Störungen und entsprechender Komedikation stiegen Herzfrequenz und Blutdruck nicht (Drug Saf 2008; 31: 505). Die neueren Anticholinergika dringen kaum ins ZNS und beeinträchtigen daher auch wenig die kognitiven Fähigkeiten.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »