Ärzte Zeitung, 14.04.2008

Nierenkranke mit Anämie brauchen Eisen

i.v.-Therapie füllt Speicher

WIESBADEN (nsi). Patienten mit fortgeschrittener chronischer Niereninsuffizienz (CKD) brauchen häufig eine Behandlung wegen Anämie. Zu niedrige Hämoglobin-Werte können wegen eines höheren Herzzeitvolumens das Myokard zusätzlich belasten und damit eine Herzinsuffizienz beschleunigen.

"Patienten mit CKD sind in erster Linie durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen bedroht wie koronare Herzkrankheit, Schlaganfall oder periphere Verschlusskrankheit", sagte Professor Roland Schaefer, Nephrologe an der Universität Münster. Prädialyse-Patienten - sie haben eine Nierenrestleistung von etwa 25 Prozent - mit linksventrikulärer Hypertrophie hätten mehreren Studien zufolge einen signifikant erniedrigten Hämoglobin (Hb)-Wert.

Eine Abnahme des Hb-Wertes um 1 g/dl von einem Ausgangswert zwischen 9 bis 10 g/dl sei aber mit einer um 14 Prozent höheren Sterberate assoziiert und einer Zunahme des Risikos für Angina pectoris um 20 Prozent.

Eisentherapie verringert Entzündungsparameter

"Bei diesen Patienten wird zwar keine Normalisierung des Hämoglobin-Spiegels angestrebt, aber ein Wert zwischen 11 und 12 g/dl", sagte Schaefer. Das Serumferritin sollte zwischen 200 und 500 Mikrogramm/l liegen und die Transferrinsättigung zwischen 30 und 40 Prozent.

"Diese Werte lassen sich im allgemeinen nur durch eine intravenöse Eisen-Supplementation erzielen", sagte Schaefer. Initial sollte mit einer Eisen-Monotherapie zur Korrektur des Eisenmangels begonnen werden, so Schaefer auf einer vom Unternehmen Vifor unterstützten Veranstaltung. Die Eisenmonotherapie verbessere häufig Entzündungsparameter wie das C-reaktive Protein (CRP). Erst wenn die Eisensupplementation nicht den gewünschten Effekt habe, sei ein Zusatz von Erythropoietin möglich.

Eisenspeicher lassen sich effektiv auffüllen

Mit einer intravenösen Eisensupplementation bei anämischen Prädialyse-Patienten, etwa mit Eisen-III-Carboxymaltose (vom Unternehmen Vifor als Ferinject® angeboten), ließen sich nicht nur deutlich häufiger als mit oraler Therapie die Hämoglobinzielwerte erreichen, sondern auch die Eisenspeicher effektiv auffüllen, fasste Schaefer die Studien zusammen.

Etwa 4,5 Prozent der Menschen in Deutschland, die älter als 20 Jahre sind, haben eine CKD mit glomerulären Filtrationsraten zwischen 15 und 44 ml/min/1,73 m2. Das entspricht den Krankheitsstadien III bis IV.

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