Ärzte Zeitung, 02.02.2004

BUCHTIP

Kulturgeschichte der Evolution

Wer Interesse an der Evolutionstheorie hat und sich über ihre Entwicklung gut informieren will, der kommt an Professor Rupert Riedls Buch nicht vorbei. "Riedls Kulturgeschichte der Evolutionstheorie" hat er sein Werk genannt. Der Evolutionsbiologe und Kognitionsforscher aus Österreich hat sich seit mehr als 30 Jahren mit der Evolutionstheorie befaßt und sie gelehrt.

Riedl versteht es, den Leser kurzweilig und unterhaltsam die Zeitachse entlang zu führen und die beteiligten Wissenschaftler - seine Helden - mit ihren Vorstellungen, Ideen und Theorien zur Entwicklung der Arten, eingebunden in ihre Zeit, vorzustellen.

Dies überspannt die Zeit von den alten Griechen und Römern über Charles Darwin und Jean-Bapiste de Lamarck bis heute zu dem noch immer wissenschaftlich aktiven 98jährigen Biologen und Systematiker Ernst Mayr - und natürlich zu Riedl selbst. Es ist eine Entdeckungsgeschichte besonderer Art, gespickt mit vielen Zitaten.

Riedl macht deutlich, daß das Rad im Verlauf der Zeit quasi mehrmals erfunden wird: "Es lösen einander eben doch nicht Theorien ab, sondern Schulen." Nicht zuletzt die vielen Beispiele tragen dazu bei, daß die Lektüre sehr anregend und unterhaltsam zugleich ist. Lassen Sie sich von Riedl begeistern und mit auf die Zeitreise nehmen! (ple)

Rupert Riedl: Riedls Kulturgeschichte der Evolutionstheorie - Die Helden, ihre Irrungen und Einsichten. Springer-Verlag, Berlin Heidelberg 2003. 236 Seiten, 39 Abbildungen, 29,95 Euro, ISBN: 3-540-43668-5

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