Ärzte Zeitung, 25.01.2005

Zahl psychischer Erkrankungen im Bebengebiet wächst

NEU-ISENBURG (Smi). Nach dem verheerenden Seebeben in Südasien mit bislang 220 000 Opfern fürchten Experten nun einen dramatischen Anstieg psychischer Erkrankungen.

"Wir sehen Kinder, die selbst beim Anblick von Wasser in einem Bottich panische Angst bekommen. Andere ducken sich, wenn sie ein Flugzeug hören, da sie das Geräusch an brausendes Wasser erinnert", erzählt der Psychologe Professor Randall Kyes von der Universität Washington nach seiner Rückkehr aus dem Krisengebiet in Banda Aceh.

Manche Kinder redeten nicht mehr, sagte Kyes einer Mitteilung der Wissenschaftsagentur EurekAlert zufolge. Erwachsene berichteten von Albträumen und ernsten Schlafstörungen. "Die kritische Phase hat gerade begonnen und wird noch sechs Monate andauern. Sie treffen keinen einzigen Menschen, der bei der Flut niemanden verloren hat."

Der US-Psychologe hat in Indonesien geholfen, ein Zentrum für traumatisierte Patienten aufzubauen. Hunderttausende Menschen seien allein in Indonesien gefährdet, eine psychische Erkrankung zu entwickeln.

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