Ärzte Zeitung, 25.08.2005

"Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen"

Ärzte sind von Hochwasser kaum betroffen

MÜNCHEN (sto). "Wir sind noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen", sagt Markus Halhuber-Ahlmann, Allgemeinarzt aus Garmisch-Partenkirchen, nach der Hochwasser-Katastrophe in Südbayern.

Bundeswehrsoldaten waten gestern in Neu-Ulm durch eine überflutete Straße. 2000 Soldaten waren im Einsatz gegen das Hochwasser. Foto: dpa

Halhuber-Ahlmann, dessen Praxis nahe der Loisach liegt, die am Dienstag die ganze Stadt überflutet hat, weiter: "Diesmal war es nicht so schlimm wie beim Pfingsthochwasser 1999."

Die Hilfsorganisationen seien offenbar besser vorbereitet gewesen. Den gleichen Eindruck hat auch der Allgemeinarzt Dr. Bernhard Popp aus Garmisch-Partenkirchen. Seine Praxis sei vom Hochwasser nicht betroffen gewesen. Freunde in Eschenlohe seien allerdings regelrecht "abgesoffen".

In Eschenlohe, wo am Dienstag ein Damm gebrochen war, lagen die Pegelstände einen halben Meter über denen des Jahres 1999. Der Allgemeinarzt Dr. Horst Brandstäter im benachbarten Ohlstadt konnte deshalb seine Praxis nur mit kleiner Besetzung aufrechterhalten, zwei seiner Helferinnen konnten ihren Dienst wegen der Straßensperren nicht antreten. Geplante Hausbesuche wurden gestrichen.

Gestern begannen im Alpenvorland überall die Aufräumarbeiten. Entlang der Donau bereitete man sich unterdessen auf eine Hochwasserwelle vor. In Neu-Ulm wurde bereits am Dienstagabend die Donauklinik evakuiert. 135 Patienten wurden in die Krankenhäuser nach Illertissen und Weißenhorn und ein Intensivpatient in die Uniklinik nach Ulm verlegt.

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