Ärzte Zeitung, 04.04.2006

Hochwasserpegel der Elbe weiter gestiegen - Dammbruch in Österreich

Rekordwerte der Jahrhundertflut von 2002 sollen aber nicht erreicht werden

DRESDEN/WIEN (ag). Die Hochwasserlage in Deutschland, Österreich und Tschechien bleibt angespannt. Die Elbe stieg gestern in den sächsischen Hochwassergebieten stündlich um etwa einen Zentimeter und soll in Dresden spätestens bis Donnerstag ihren Höchststand erreichen. Die Rekordwerte der Jahrhundertflut von 2002 werden aber voraussichtlich nicht erreicht.

Ein Fahrzeug des Technischen Hilfswerks (THW) bringt Sandsäcke in das völlig überflutete Gohlis in der Nähe von Riesa. Foto: ddp

"Die Dämme halten gegen die Wassermassen", sagte der Sprecher der Stadt Dresden, Sven Kindler. Mehrere hundert Menschen mußten entlang der Elbe bislang ihre Häuser verlassen. Für mehrere Orte gilt Katastrophenalarm. Deiche werden mit Sandsäcken gesichert.

Nach den neuen Prognosen erwarten die Experten für die Elbe in Dresden bis Donnerstag einen Höchststand von 7,80 Metern. Damit bliebe der Fluß mehr als anderthalb Meter unter der Rekordmarke von August 2002. Bei der Jahrhundertflut war der Elbepegel auf 9,40 Meter geklettert.

Im Landkreis Sächsische Schweiz sind bisher 4300 Menschen von der Flut betroffen, 950 davon haben in Bad Schandau, Wehlen und Pirna freiwillig ihre Häuser verlassen.

Verschärft hat sich unterdessen die Hochwassersituation in Sachsen-Anhalt. Innerhalb von 24 Stunden stieg dort der Elbepegel zwischen fünf und 59 Zentimetern. Der Höchststand wurde für die zweite Wochenhälfte erwartet.

In Niederösterreich ist nach einem Dammbruch an der March gestern morgen der Ort Dürnkrut im Bezirk Gänserndorf überflutet worden. Viele Häuser der 2100-Seelen-Gemeinde mußten evakuiert werden. Der Damm war auf einer Länge von 100 Metern gebrochen.

Besonders betroffen von der Flut ist auch Tschechien. Dort kamen bislang sieben Menschen ums Leben. Für mehrere Regionen hat die Regierung in Prag den Notstand ausgerufen.

Mit einer umfangreichen Frühwarn-Checkliste sollen Politiker und Verwaltungen künftig bei Naturkatastrophen besser gewappnet sein und Menschenleben schützen. Die Liste mit Hinweisen, Informationen, Plänen für Überwachungsnetze und für eine effektive Kommunikation mit der Bevölkerung soll weltweit in Umlauf gebracht werden.

Die Liste ist ein Ergebnis einer Internationalen Konferenz zur Frühwarnung bei Naturkatastrophen wie Hochwasser, Erdbeben oder Stürmen, die vergangene Woche in Bonn zu Ende gegangen ist. Von UN-Seite wurde die Einrichtung eines globalen Warnsystems empfohlen, das alle Gefahren und Gemeinschaften abdecken soll.

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