Ärzte Zeitung, 28.08.2006

Hausärzte kämpfen gemeinsam mit Boxerin und Unicef gegen Polio

Regina Halmich unterstützt Aktion des Hausärzteverbandes Baden-Württemberg

STUTTGART (mm). Am 11. Oktober dieses Jahres startet der Hausärzteverband Baden-Württemberg gemeinsam mit 10 000 Ärzten und dem UN-Kinderhilfswerk Unicef unter dem Motto: "Gib Polio keine Chance!" landesweite Aktionswochen. "Die Kollegen erhalten hierzu umfangreiches Servicematerial und jede mögliche Unterstützung", kündigte jetzt Dr. Matthias Frank, Vorstandsmitglied des Hausärzteverbandes Baden-Württemberg, im Vorfeld der Aktion an.

Mit diesem Plakat werben Unicef und der Landesverband Baden-Württemberg des Hausärzteverbands für stärkere Anstrengungen im Kampf gegen Polio.

Bis zum Welt-Poliotag am 28. Oktober dieses Jahres werden in den Arztpraxen viele Aktionen starten, darunter etwa Vorträge oder Telefonaktionen. Ihr Ziel: Patienten sollen sich bei ihren Hausärzten über den Impfschutz vor Poliomyelitis sowie anderen Infektionskrankheiten informieren können sowie ihren Impfstatus überprüfen und gegebenenfalls auffrischen lassen.

Für Unicef wollen die Hausärzte zudem in den Praxen bis Weihnachten in Sammeldosen Spenden sammeln, damit auch Kinder in den Entwicklungsländern einen wirksamen Polioschutz erhalten können. "Das Kinderhilfswerk hat bislang geholfen, weltweit über zwei Milliarden Kinder gegen Polio zu impfen und sie so vor einer lebenslangen Behinderung zu bewahren", erklärt Frank die Unterstützung der Hausärzte.

Boxweltmeisterin läßt sich selbst gegen Polio impfen

Schirmherrin der Hausärzteaktion ist die deutsche Boxweltmeisterin Regina Halmich, die sich selbst Anfang Oktober in der Karlsruher Hausarztpraxis von Matthias Frank impfen lassen will.

Trotz großer Anstrengungen, die weltweit unternommen werden, ist das Polio-Virus noch immer nicht eradiziert. Seit 2002 gilt Deutschland zwar als poliofrei, trotzdem kann keine Entwarnung gegeben werden. Denn durch Urlauber und Geschäftsreisende kann das Polio-Virus jederzeit wieder eingeschleppt werden.

"Die Konsequenz: Impfkampagnen müssen fortgesetzt und auch bei uns muß weiter gegen Kinderlähmung geimpft werden", warnt Frank. Den Impfschutz zu vernachlässigen wäre fatal.

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