Ärzte Zeitung, 02.02.2007

Jeder Zweite holt Gesundheitsinfos aus dem Internet

Skepsis bei Onlinekonsultation

KÖLN (iss). Fast die Hälfte der Deutschen - 47 Prozent - verschaffen sich nach einer Umfrage unter 2000 Personen regelmäßig oder ab und an Gesundheitsinformationen über das Internet. Damit zeigen sie sich in einem internationalen Vergleich bei der Nutzung des Mediums am aufgeschlossensten. Im Durchschnitt fünf europäischer Länder nutzen 41 Prozent dafür das Web.

Das Assistance-Unternehmen Europ Assistance, das zur italienischen Generali Versicherungsgruppe gehört, hatte Ende vergangenen Jahres in Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien und Schweden mehr als 2000 Personen über 18 Jahren zu gesundheitsbezogenen Themen befragt.

Deutlich skeptischer als bei der Internetnutzung sind die Deutschen, wenn es um den Sinn medizinischer Online-Konsultationen geht. Sie halten nur 32 Prozent für sinnvoll, 64 Prozent sind dagegen. Im Durchschnitt der Länder betrug die Zustimmung 38 Prozent, die Ablehnung 54 Prozent. Nur in Schweden sprach sich mit 59 Prozent eine klare Mehrheit für die Online-Konsultation aus.

Auf wenig Gegenliebe stößt in Deutschland nach der Umfrage auch die Möglichkeit, Daten und Untersuchungsergebnisse elektronisch für eine Ferndiagnose zu übermitteln. Nur 27 Prozent haben hierzulande Vertrauen in ein solches Verfahren. In Durchschnitt sind es 39 Prozent. Auch in diesem Fall sind nur in Schweden die Befürworter in der Mehrheit.

Anders sieht es bei der Bewertung einer Videoübertragung von Op aus, bei denen ein Chirurg aus der Ferne unterstützend tätig wird. 72 Prozent der Deutschen sprechen sich für die Entwicklung solcher Verfahren aus, nur 25 Prozent sind dagegen. Damit haben sie eine positivere Einschätzung als der Durchschnitt, der bei 64 Prozent versus 32 Prozent liegt.

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