Ärzte Zeitung, 04.09.2007

Affenforschung bringt Wissen für die Medizin

Deutsches Primatenzentrum in Göttingen wurde vor 30 Jahren gegründet / Weltweit hohes Ansehen

GÖTTINGEN (pid). Das Deutsche Primatenzentrum (DPZ) in Göttingen ist ein deutschlandweit einmaliges Forschungsinstitut: Die Arbeiten mit den dort gezüchteten Affen sind für die biologische, wie auch für die medizinische Forschung von weltweiter Bedeutung.

Professor Stefan Treue ist Direktor des Primatenzentrums. Foto: Rink/pid

So sind die Affen für die Erforschung von Krankheiten sehr wichtig, weil sie Menschen viel ähnlicher sind als die üblichen Labortiere, wie Ratten und Mäuse. Das Primatenzentrum schließe damit eine Forschungslücke, so der Direktor des Primatenzentrums, Professor Stefan Treue. Derzeit beherbergt das DPZ rund 1300 Tiere unterschiedlicher Affenarten. Vergangene Woche feierte die Einrichtung nun ihr 30-jähriges Bestehen.

Die größte wissenschaftliche Abteilung des DPZ ist die Virologie. Bei der Erforschung von Viruskrankheiten haben die Göttinger Wissenschaftler auch große Erfolge vorzuweisen: Unter anderem entwickelten sie einen Antikörper zum Nachweis von BSE. Ferner wurden am DPZ wichtige Erkenntnisse für die Bekämpfung von Aids gesammelt.

Darüber hinaus laufen am Primatenzentrum auch viele andere Forschungsprojekte etwa im Bereich der Neurobiologie, der Verhaltensforschung, der Reproduktionsbiologie und neuerdings der Stammzellforschung. Zu den bisherigen Erfolgen zählt zum Beispiel die Etablierung eines Tiermodells zur Erforschung neurodegenerativer Erkrankungen wie Multiple Sklerose und Parkinson. Zudem dient das DPZ als Servicezentrum für andere internationale Forschungsinstitute.

Die Göttinger Wissenschaftler arbeiten aber auch dort, wo sich die Lebensräume der Affen befinden. So unterhält das Primatenzentrum Freilandstationen in Peru, Indonesien und Madagaskar. Dort wurde bereits ein halbes Dutzend bislang unbekannter Primatenarten entdeckt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So viel jünger und attraktiver macht Facelifting

Wer sein Gesicht straffen lässt, will in der Regel jünger und dynamischer aussehen. Das scheint tatsächlich zu klappen. mehr »

Niedrig dosiert starten und langsam erhöhen!

Die neue Gesetzeslage zur Verordnung von Cannabis auf Kassenkosten ist beim Schmerz- und Palliativtag begrüßt worden. Ärzte mit Erfahrung mit Cannabinoiden loben vor allem den Erhalt der Therapiefreiheit. mehr »

Schnelltests - meist ein Fall für die GOÄ

Schnell und medizinisch sinnvoll – aber von gesetzlichen Krankenkassen meist nicht bezahlt: Laborschnelltests liegen im Trend. Für Hausärzte sind sie oft auch eine Selbstzahler-Option. mehr »