Ärzte Zeitung, 06.02.2008

Rüsselpest, Gesäß- und Würfelhusten

NEU-ISENBURG (ug). Jugendsprache kann zu Verständigungsschwierigkeiten in der Anamnese führen, weil manche Begriffe sich nicht unmittelbar erschließen.

In der neuen Ausgabe der Zeitschrift "MMW - Fortschritte der Medizin". sind deshalb als praktische Hilfe Ausdrücke aus dem Wörterbuch der Jugendsprache zusammengestellt, die sich auf Körperzustände und -funktionen beziehen. "Rüsselpest" etwa ist der Schnupfen, "Ameisentitten" die Gänsehaut und "Feinkostgewölbe" ein dicker Bauch. Wenn von "Höhlenforschern" die Rede ist, sind Gynäkologen gemeint. Ein "Krampfadergeschwader" ist eine Ansammlung von alten Menschen, allesamt "friedhofsblond", also grauhaarig. "Rentner-Bravo" schließlich ist die "Apothekenumschau".

Besonders vielfältig sind Jugendliche, wenn es um Blähungen, Erbrechen oder Betrinken geht. Entweichen Blähungen, so haben moderne Jugendliche "Anal- oder Gesäßhusten", oder sie "dönern". Wenn sie "abgallen", "göbeln", "schüsselbrüllen", "Würfel- oder Krümelhusten" haben, dann erbrechen sie. Beim Alkohol wird differenziert. Sich betrinken etwa heißt "abschädeln" oder sich "aus der Welt beamen".

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Personal-Notstand auf deutschen Intensivstationen

Auf deutschen Intensivstationen fehlen mehr als 3000 Spezialpflegekräfte. Die Krankenhäuser wollen reagieren. Das Personal denkt über einen Großstreik nach. mehr »

HIV-Impfung generiert Immunantwort

Eine Impfung gegen HIV ist in frühen klinischen Studien. Erste Ergebnisse sind positiv. mehr »

Warum die Putzhilfe glücklich macht

Putzen, Wäsche waschen, Kochen: Viele Menschen empfinden all das als nervige Pflichten. Wer Geld hat, kann andere für sich arbeiten lassen - und fühlt sich dann zufriedener. Das haben Forscher herausgefunden. mehr »