Ärzte Zeitung, 19.02.2008

Schlechte Schulnoten durch zuviel TV

Bildungshintergrund der Eltern wirkt sich drastisch aus / Analyse aus Niedersachsen

DÜSSELDORF (dpa). Fernseher und Computer in Kinderzimmern führen zu schlechteren Schulnoten.

Dies gilt einer aktuellen Studie zufolge meist für Jungen sowie Kinder aus sozial schwachen Familien und von Migranten. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN).

Die Studie mit dem Titel "Die Pisa-Verlierer - Opfer ihres Medienkonsums", untersuchte den Zusammenhang zwischen dem Medienkonsum von Kindern und Jugendlichen und ihren Zensuren. Je brutaler die Inhalte von Filmen und Computerspielen seien, desto schlechter seien auch die Zensuren der Schüler.

Die Analyse - befragt wurden 5500 Viertklässler und 17 000 Neuntklässler - belege, dass die untersuchten Kinder mit schlechten Schulleistungen schon als Viertklässler über eine große Ausstattung mit Fernsehern, Spielkonsolen und Computern verfügten, stellte KFN-Leiter Christian Pfeiffer fest. Ein Experiment habe ergeben, dass Kinder, die eineinhalb Stunden ein brutales Computerspiel spielten, anschließend erheblich schlechter Mathematikaufgaben lösen konnten als Kinder, die Tischtennis gespielt hatten.

Drastisch wirke sich der Bildungshintergrund der Eltern aus. Viertklässler aus Elternhäusern mit geringem Bildungsniveau gaben achtmal häufiger an, Spiele zu spielen, die erst ab 18 Jahren freigegeben sind; Spiele, die auf dem Index stehen, fänden sich dagegen bei den Kindern fast nie. Da für sie keine Werbung gemacht werde, hätten sie auf dem Schulhof kaum einen Marktwert.

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