Ärzte Zeitung, 06.01.2009

Dramatische Lage in Krankenhäusern im Gaza-Streifen

FRANKFURT/MAIN (Smi). Jeden Tag werden neue Verletzte eingeliefert, aber die Krankenhäuser im Gaza-Streifen sind hoffnungslos überlastet. Internationale Hilfsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen und das Rote Kreuz schlagen Alarm.

Mehr als eine Woche nach Beginn der israelischen Angriffe auf das palästinensische Autonomiegebiet sei die Lage dramatisch.

Im Shifa-Krankenhaus in Gaza-Stadt habe die Intensivstation ihre Kapazitätsgrenzen erreicht, warnt Ärzte ohne Grenzen. Dringend benötigt würden Chirurgen, die auf Gefäßverletzungen spezialisiert sind. Außer dem Mangel bereite die Sicherheitslage große Sorgen: Patienten wie auch das Personal könnten die Krankenhäuser nur unter großen Schwierigkeiten erreichen.

Seit Beginn der Kämpfe sind weit mehr als 500 Palästinenser getötet worden, die Zahl der Verletzten geht in die Tausende. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz spricht von einer chaotischen Lage. Die zum Teil durch Bombardements beschädigten Krankenhäuser hätten keine Kapazitäten mehr, um neue Verletzte aufzunehmen, es fehle vor allem an Schmerz- und Betäubungsmitteln sowie an Verbandszeug, selbst die Leichensäcke und -tücher würden knapp. Auch die Versorgung mit Strom und Wasser sei zusammengebrochen. In den Kliniken arbeiteten die Ärzte mit Notstromaggregaten, doch Benzin für deren Betrieb sei kaum noch vorhanden.

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