Ärzte Zeitung, 02.03.2009

65 Kinder haben wieder eine Perspektive

Ärzte und Schwestern eines Frankfurter Interplast-Teams waren drei Wochen auf den Philippinen im Einsatz

FRANKFURT/MAIN (Smi). Schlimme Verbrennungen, Schussverletzungen, Tumore und Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten - bei ihrem jüngsten Einsatz auf den Philippinen haben deutsche Ärzte vom Interplast-Team 65 Kinder operiert und ihnen eine neue Zukunftsperspektive eröffnet.

Dr. Klaus Exner untersucht eine junge Patientin auf den Philippinen.

Foto: Frankfurter Diakonie-Kliniken.

Unter der Leitung von Privatdozent Klaus Exner, Chefarzt der Klinik für Plastische Chirurgie des Frankfurter Markus-Krankenhauses, hat ein elfköpfiges Team drei Wochen lang ehrenamtlich Kinder behandelt, die zuvor keine Hoffnung auf Heilung hatten. Manche litten unter schlecht verheilten Verbrennungen, andere unter Knochenveränderungen und Schussverletzungen. Einige Kinder mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten mussten drei Mal operiert werden.

Besonders berührt waren die Ärzte und Schwestern vom Schicksal eines siebenjährigen Kindes, das bereits vor einem Jahr von einem Lastkraftwagen überrollt wurde und seitdem unbehandelt unter den Folgen des Unfalls litt. "Leider werden in Dritte-Welt-Ländern wie den Philippinen nur die Patienten behandelt, die Geld haben", erläuterte Teamleiter Exner. "Diejenigen, die nicht über die nötigen finanziellen Mittel verfügen, werden einfach ignoriert, was uns immer wieder sehr schockiert."

Bei ihrer Arbeit war es den Frankfurter Ärzten, die von Professor Gerhard Ulrich Exner, Orthopäde und Kinderarzt aus Zürich, unterstützt wurden, wichtig, außer den Operationen auch die Nachsorge der Kinder zu übernehmen. "Wir wollten sicher gehen, dass es den kleinen Patienten gut geht und der Heilungsprozess gut verläuft", so Klaus Exner.

Insgesamt zieht das Interplast-Team eine positive Bilanz seines dreiwöchigen Einsatzes auf den Philippinen. "Ich bin dankbar dafür, dass ich bei den Einsätzen dabei sein und helfen darf, den kranken Kindern ein normales Leben zu ermöglichen", sagt Dorothee Köhler, Krankenschwester im Markus-Krankenhaus.

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