Ärzte Zeitung, 10.03.2009

Leselust oder Lesefrust mit dem digitalen Taschenbuch

Das erste Gerät für E-Books kommt diese Woche auf den deutschen Markt / Bis zu 160 Bände können gespeichert werden

HAMBURG (dpa). Wer gern liest, kauft sich ein Buch, kämpft kurz mit der Klarsichtsfolie und schlägt es auf. Beim E-Book ist alles anders: Das Buch kommt im Karton, ist sieben Millimeter dick und Lesefutter lädt man im Internet herunter.

Das neue Buch für die Leseratten des 21. Jahrhunderts ist gut ein Pfund schwer und hat einen 9,1 mal 12,3 Zentimeter großen Bildschirm (Diagonale 6 Zoll): Das ist der Reader von Sony, der am morgigen Mittwoch auf den deutschen Markt kommt. Amazon bietet in den USA bereits den Kindle 2 an, eine modernere Version des E-Books, und Sony hat in den USA ein Nachfolgemodell seines Readers angekündigt.

Ein Knopfdruck erweckt das Buch zum Leben. Auf der Unter- und Oberseite des Metallgehäuses gibt es Anschlüsse für USB-Kabel und Kopfhörer und einen Lautstärkeregler.

Übersichtlich werden die Funktionen auf dem Bildschirm aufgelistet: Die Bücher sind nach Titel oder nach Autor geordnet. Zuverlässig öffnet sich das E-Book, wenn es einmal abgestellt war, wieder auf der Seite, auf der es abgeschaltet wurde, Lesezeichen werden als Eselsohr dargestellt.

Gleich auf der Übersichtsseite wird auch klar, dass das E-Book etwas mehr kann als ein gewöhnliches Buch aus Pappe und Papier. Hier lässt sich auch Musik laden und beim Lesen abspielen. Auch ein Fotoalbum kann eingestellt werden -  allerdings lassen sich Farbfotos wegen der speziellen E-Book-Technik nur schwarz-weiß abbilden.

160 Bände sollen in dem Gerät insgesamt Platz haben. Zum Umblättern kann die rechte Hand am rechten Rand oder die linke auf einem runden Knopf unten links. Selbst bei mittlerer Schriftgröße muss jedoch wegen des kleinen Bildschirms sehr häufig umgeblättert werden. Der Lithium-Ionen-Akku soll 6800 Seiten-Umschläge durchhalten, ehe er am Computer vier Stunden lang wieder aufgeladen werden muss.

Nachschub an Lesefutter geht derzeit nur über das Internet: Tausende von Titeln sind für den Sony Reader oder für den Kindle im Angebot. Doch gäbe es sie nur über das Internet, könnte dies ein Schwachpunkt des E-Books sein: Denn lesen lässt sich das Buch auch am Laptop oder auf Handys. Wann der Nachschub direkt im Buchhandel aufgeladen werden kann, ist noch nicht klar.

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