Ärzte Zeitung, 23.04.2009

Globalisierung erreicht auch den Buchmarkt

In Deutschland werden englischsprachige Werke seit der Harry-Potter-Reihe immer beliebter

HAMBURG (dpa). Auch beim Lesen heißt es: Nichts ist so gut wie das Original. Statt auf die deutsche Übersetzung zu warten, greifen viele Leser zur Literatur im Original.

Der Trend begann mit den "Harry Potter"-Romanen der Britin Joanne K. Rowling und setzt sich zurzeit mit den Vampir-Romanen der Amerikanerin Stephenie Meyer fort. Vor allem jüngere Kunden lesen fremdsprachige Romane und dann am liebsten in Englisch. Man sieht die "globalisierten Leser" immer öfter in Cafés, Parks, Bussen und Bahn.

"Die Fähigkeit und Bereitschaft, englischsprachige Unterhaltungs-Literatur im Original zu lesen, wächst", sagt der Chefredakteur der Buchhandels-Fachzeitschrift "buchreport", Thomas Wilking. "Der Englisch-Boom geht auf Frauen zurück. Romane werden grundsätzlich häufiger von Frauen gelesen und Stoffe wie die ,Twilight‘ - beziehungsweise ,Bis(s)‘-Reihe sprechen eindeutig ein weibliches Publikum an."

Mit "Harry Potter and the Order of the Phoenix" schaffte es 2003 erstmals ein englischsprachiges Buch, mehrere Wochen den ersten Platz der "Spiegel"-Bestsellerliste zu belegen. Stephenie Meyer ist nun eine weitere Autorin, die es mit einem unübersetzten Werk auf Deutschlands Bestsellerliste schaffte.

"Top-Autoren werden im Original als Taschenbücher fast genauso stark nachgefragt wie deutschsprachige Bestseller", sagt Nina Hugendubel, geschäftsführende Gesellschafterin der gleichnamigen Buchhandlung. Käufer seien "Muttersprachler und Touristen, Lernwillige, die sich über Bücher intensiv mit einer Fremdsprache auseinandersetzen wollen", sagt Hugendubel.

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