Ärzte Zeitung, 27.05.2009

Giftiges Jakobskreuzkraut sorgt für Aufregung

Untersuchung: kritischer Alkaloidgehalt auch in Honig

BONN (run). Ein hübsches gelbes Kraut sorgt derzeit für Aufregung: das Jakobskreuzkraut. Durch seine zunehmende Verbreitung gefährdet es Weidetiere, möglicherweise auch Menschen, so der Wissenschaftler Dr. Helmut Wiedenfeld.

Giftiges Jakobskreuzkraut sorgt für Aufregung

Das Jakobskreuzkraut erobert die Wiesen.

Foto: www.ak-kreuzkraut.de

Wiedenfeld beschäftigt sich am Pharmazeutischen Institut der Uni Bonn schon seit Jahren mit der Toxizität von Pyrrolizidinalkaloiden (PA) in Heil- und Futterpflanzen. Während bei Heilpflanzen, die in den Handel gebracht werden, bereits seit 1992 sichergestellt werden muss, dass die tägliche Aufnahme an PA unter 1 µg liegt, wurde PA-haltigem Jakobskreuzkraut auf Weiden kaum Beachtung geschenkt.

"Dabei gibt es Untersuchungen, wonach in Deutschland pro Jahr über 100 Pferde durch eine Intoxikation nach Verzehr von Jakobskreuzkraut sterben", so Wiedenfeld zur "Ärzte Zeitung". Unklar sei noch, ob Menschen durch Aufnahme der stark lebertoxischen PA über Kuhmilch oder Honig gefährdet werden könnten. Zumindest in einer niederländischen Untersuchung habe man bedenkliche Mengen in Honig gefunden. Der zitierte Todesfall eines Neugeborenen geht jedoch auf einen mit Beinwell versetzten Tee zurück, den die Schwangere über das Internet bezogen hatte. Die fetale Leber habe dabei auf das enthaltene PA besonders empfindlich reagiert.

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