Ärzte Zeitung, 19.01.2010

Kommentar

Wie tief ist der Doping-Sumpf?

Von Christoph Fuhr

Doping im Fußball - ein irrelevantes Randthema, weil die echten Betrüger mit verbotenen leistungssteigernden Mitteln doch eher in anderen Sportarten unterwegs sind? Vorsicht - diese Einschätzung könnte trügerisch sein. Der Deutsche Fußballbund (DFB) will sich nicht blenden lassen. Er forciert den Kampf gegen Dopingsünder. Und rückt dabei nicht nur die Profikicker in den Fokus.

Mit mehr als 6,7 Millionen Mitgliedern ist der DFB der größte Sportfachverband der Welt. Mehr als 2,3 Milllionen Jungen und Mädchen bis 18 Jahre haben Anfang 2009 in deutschen Vereinen Fußball gespielt. Ein positiver Trend, der im Weltmeisterschaftsjahr 2010 weiter anhalten dürfte.

Um so mehr steht der mächtige Verband in der Pflicht. Wer will schon glauben, dass im Nachwuchsbereich in Sachen Doping alles sauber ist? Und dass es sie nicht gibt, die jungen Kicker mit windigen Beratern, die für den Traum von der großen Karriere bereit sind, mit verbotenen Medikamenten Leistungsdefizite zu kompensieren?

Es geht darum, einen (vermuteten) Sumpf trockenzulegen, dessen wahre Ausmaße niemand wirklich genau kennt. Das ist keine leichte Aufgabe. Aber eine andere Handlungsoption hat der DFB nicht.

Lesen Sie dazu auch:
Der DFB will den Kampf gegen Doping forcieren

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