Ärzte Zeitung, 07.02.2012

Neuer Test auf Missbrauch von Wachstumshormon

LAUSANNE (dpa). Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hat einen effektiveren Nachweis für den Missbrauch des Wachstumshormons (HGH) im Sport angekündigt.

"Wir hoffen, den Test noch in diesem Jahr einführen zu können. Er wird dem Anti-Doping-Kampf ein neues Fenster öffnen", erklärte WADA-Generaldirektor David Howman am Dienstag bei einem Workshop in Lausanne.

Möglicherweise wird der neue HGH-Test schon bei den Olympischen Spielen in London zum Einsatz kommen.

Der bisherige HGH-Test erlaubt nur den Nachweis bis zu drei Tage nach der Einnahme. Das neue Analyseverfahren soll einen Nachweis dagegen auch mehrere Wochen danach noch möglich machen.

Für die Entwicklung des neuen Nachweisverfahrens wurde rund zwölf Jahre geforscht. Intensiv wird auch an einem Nachweis von Eigenblutdoping gearbeitet.

"Der Test wird eingeführt, wenn er valide ist", sagte Howman. Einen konkreten Zeitpunkt der Einführung könne er nicht nennen.

Topics
Schlagworte
Panorama (30167)
[11.02.2012, 14:58:54]
Dr. Horst Grünwoldt 
Test-Industrie
Das wird ein teurer Anti-"Doping"-Kampf, wenn immer neue Labortests mit fragwürdigen Test-Zielen entwickelt und von der WADA/NADA gekauft werden. Das wird die Forderung nach staatlicher Finanz-Unterstützung durch die "Doping-Jäger" weiter verstärken.
Letztlich ist jede Analyse nur so gut wie ihre richtige, falsch-positive oder falsch- negative Interpretation durch den Spurensucher.
Damit werden leider bis heute nur die Opfer von geld- und prestigegierigen Zauberdoktoren überführt und auch noch während oder nach ihrer sportlichen Karriere -wie im aktuellen Fall Jan Ullrich- durch die Sportgerichtsbarkeit abgestraft.
Dem Arzneimittel-Mißbrauch wird damit noch lange kein Riegel vorgeschoben. Vielmehr wird ganz und gar irreführend den Nachwachsenden suggeriert, daß der deutsche Radrenn-Star vermeintlich nur wegen der möglichen Reinfusion von (überalterten) Blutzellen seine Tour-de-France und den Olympiasieg errungen hätte. Das ist natürlich absoluter Quatsch! Und noch schlimmer sind die Betrugsvorwürfe!!

Im übrigen mögen sich namhafte und unabhängige Mediziner endlich einmal dazu äußern, was denn tatsächlich an fragwürdigen Wettkampf-Vorteil die Re-Infusion von abgelagerten Erythozyten in die perfekte Hämodynamik des gesunden Leistungs-Athleten und die Verabreichung von "Wachstumshormon" an den ausgereiften Spitzensportler mit geschlossenen Epiphysenfugen objektiv und reproduzierbar überhaupt noch bewirken kann?
Die bloße Behauptung, daß die Sauerstoff-Aufnahme durch die "Oldie-Erys" noch verbessert wird und mit dem HGH angeblich noch neue Muskel(faser)n "wachsen" können, dürfte alleine physiologischer Unsinn sein. Wichtig im Sinne der Fürsorge für die Athleten bleibt nach m.E. die anhaltende Aufklärung darüber, daß jeder (pseudo)medizinische Eingriff durch "Doping-Mittel" ein idividuelles Menschenexperiment ist.
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt (FTA für Hygiene) aus Rostock  zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

ALS ist mit Demenz eng verwandt

Stephen Hawking ist wohl der berühmteste Patient, der an Amyotropher Lateralsklerose leidet.Forscher haben nun herausgefunden, dass ALS und temporale Demenz eng verwandte Krankheitsbilder sind. Das könnte Einfluss auf das Diagnoseverfahren haben. mehr »

Innovationsfonds startet in die Versorgungsrealität

Der Innovationsfonds ist offiziell in die Umsetzungsphase gestartet. Die 300 Millionen Euro für das Jahr 2016 teilen sich 91 Versorgungs- und Forschungsprojekte. mehr »

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »