Ärzte Zeitung online, 28.12.2012

Knochenmarkspende

Rekordjahr für die DKMS

Immer mehr Spender: Die Deutsche Knochenmark-Spenderdatei blickt zurück auf ein Rekordjahr - und einigen Ärger in Spanien.

Rekordjahr für die DKMS

Werbung für die Knochenmarkspende.

© Roland Weihrauch / dpa

TÜBINGEN. Bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) haben sich im ablaufenden Jahr mehr als eine halbe Million Menschen neu registrieren lassen.

"Noch nie zuvor haben sich so viele Menschen innerhalb eines Jahres als potenzielle Stammzellspender in die DKMS aufnehmen lassen", teilte die Organisation am Freitag in Tübingen mit.

Zeitgleich meldete das Zentrale Knochenmarkspender-Register in Ulm (ZKRD), dass mittlerweile rund 4,8 Millionen Menschen in Deutschland in diesem Register erfasst sind. Damit sei jeder zehnte Bürger im Alter von 18 bis 60 Jahren als möglicher Lebensretter für Leukämiepatienten registriert.

Zu den bekanntesten Organisationen, die neue Spender werben, registrieren und typisieren, gehören die Stefan-Morsch-Stiftung und die DKMS. Sie leiten die Daten an das ZKRD weiter.

Insgesamt gab es bei der ZKRD in diesem Jahr 423.732 Neuregistrierungen von den insgesamt 29 Spenderdateien. Allein bei der DKMS liegen die Zahlen jedoch höher, da sie auch im Ausland aktiv ist.

Von insgesamt 526.512 neuen Registrierungen bei ihr kamen 319.249 aus Deutschland. Im laufenden Jahr 2012 spendeten 5100 Menschen Stammzellen.

"Bereits jetzt ermöglichen wir über 30 Prozent aller vermittelten Stammzellspenden weltweit", sagte DKMS-Geschäftsführerin Claudia Rutt. "Deshalb werden wir weiterhin alles tun, um noch mehr Blutkrebspatienten Hoffnung auf Heilung zu geben."

Die DKMS ist mit mehr als 3,4 Millionen registrierten Spendern, 2,8 Millionen davon in Deutschland, die größte Knochenmarkspenderdatei weltweit. Der Gründungstag der Gesellschaft am 28. Mai 1991 wird inzwischen als Tag der Lebensspende gefeiert.

In diesem Jahr hatte die DKMS außerdem ihr Engagement im Ausland ausgebaut. Die Gründung einer DKMS-Auslandsgesellschaft in Spanien war allerdings auf starken Widerstand der dortigen Behörden gestoßen.

Im kommenden Frühjahr solle es in Großbritannien losgehen, sagte eine DKMS-Sprecherin am Freitag. Gespräche liefen auch für eine Gesellschaft in Italien. (dpa)

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