Ärzte Zeitung, 16.09.2011

Fundsache

Berliner Wähler unter Stresshormon

Hellrot, dunkelrot, gelb, grün, schwarz - wer die Wahl hat, hat die Qual. Das gilt aktuell vor allem für Erwachsene in Berlin. Am Sonntag sind dort Wahlen zum Abgeordnetenhaus. Denn wählen bedeutet auch körperlichen Stress.

Und das ist durchaus physiologisch zu verstehen, wie Forscher aus Israel jetzt nachgewiesen haben. Sie fanden heraus: Menschen, die auf dem Weg ins Wahllokal sind, haben dreimal höhere Kortisolspiegel im Blut als zufällig ausgewählte Personen der gleichen Gegend einen Tag nach der Wahl.

113 Menschen haben die Forscher dazu Blut abgezapft. Dass demokratische Wahlen damit auch gesundheitliche Folgen haben, ist aber nicht gezeigt und auch nicht zu erwarten.

Und die wahlgestressten Berliner Bürger werden - wie sonst auch - von selbst wieder runter kommen, auch physiologisch. Schließlich sind sie arm, aber sexy. (hub)

Topics
Schlagworte
Auch das noch! (3195)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Werden europäische Männer immer unfruchtbarer?

Männern haben immer weniger Spermien. Direkte Rückschlüsse auf Fruchtbarkeit erlaubt das nicht – es könnte aber nur die Spitze eines Eisbergs gesundheitlicher Probleme sein. mehr »

Psychotherapie soll künftig Unifach werden

Ein einheitliches Berufsbild, Studium an der Uni. Die Psychotherapeutenausbildung steht vor umwälzenden Veränderungen. Kritiker vermissen beim Entwurf aber Konkretes zum Thema Weiterbildung. mehr »

Ist die menschliche Entwicklung am Ende?

Über Hunderttausende von Jahren ist der Mensch zu dem geworden, was er heute ist. Und nun? Ein Grimme-Preisträger fragt sich, ob Unsterblichkeit erstrebenswert ist und wohin uns die Evolution führen wird - oder kann der Mensch sie austricksen? mehr »