Ärzte Zeitung online, 06.02.2014

Mutmaßungen zurückgewiesen

Doping-Streit kurz vor Olympia

Sechs von zehn Olympia-Teilnehmern dopen sich, vermutet ein Molekularbiologe im Vorfeld der am Freitag startenden Olympischen Winterspiele. Das will der deutsche Chef de Mission so nicht stehen lassen.

Doping-Streit kurz vor Olympia

Michael Vesper (l), Chef de Mission and Kopf der deutschen Olympia-Mannschaft, wehrt sich gegen die Doping-Mutmaßungen eines Molekularbiologen.

© Michael Kappeler/dpa

KRASNAJA POLJANA. Der deutsche Chef de Mission Michael Vesper hat die Doping-Mutmaßungen des Molekularbiologen Perikles Simon im Vorfeld der Winter-Olympiade scharf kritisiert.

"Ich halte solche Angaben für unseriös und respektlos gegenüber den Athleten", sagte er am Mittwoch bei der Eröffnungs-Pressekonferenz im Deutschen Haus in Krasnaja Poljana.

Simon hatte behauptet, dass 60 Prozent aller Olympia-Teilnehmer in Sotschi gedopt in die Wettkämpfe gehen.

Dabei würden selbst in Fun- oder Trendsportarten Teile der Athleten ihre Leistung auf verbotene Weise steigern. "Es wäre verrückt anzunehmen, dass zum Beispiel im Curling oder im Freestyle nicht gedopt wird", sagte Simon.

Simon: Leistungssteigernde Effekte in allen Sportarten

Mit pharmakologischen Möglichkeiten könne in allen Sportarten ein leistungssteigernder Effekt erzielt werden.

"Deshalb denke ich, dass in Sotschi in allen Sportarten der Leistung auf unerlaubte Art und Weise nachgeholfen wird."

Zugleich hat er Zweifel genährt, dass die zuletzt ansteigende Formkurve der deutschen Biathleten, Eisschnellläufer oder Nordischen Kombinierer nur auf guter Trainingsplanung basiert.

"Ich will keinem etwas unterstellen, aber eine derartige Leistungsexplosion widerspricht eigentlich der Trainingslehre und auch der sportlichen Praxis des gehobenen Jugend- und Junioren-Elitebereichs", sagte er.

Angekündigt: So viele Doping-Kontrollen wie nie zuvor

Vesper reagierte scharf: "Er pustet das einfach in die Lande. Das hat nichts mit wissenschaftlicher Begleitung des Sports zu tun."

Bei den Winterspielen in Sotschi soll es die Rekordzahl von 2453 Doping-Kontrollen geben. In Vancouver 2010 waren es 2149 Tests. (dpa)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »