Ärzte Zeitung, 22.11.2007

KOMMENTAR

Wenn der Mangel nur noch verwaltet wird

Von Petra Zieler

Arzttermine als Luxusware? Auch wenn Politiker und Kassenvertreter es gerne anders hätten: Szenarien wie diese sind nicht mehr nur Panikmache. Sie sind in einigen Regionen Sachsen-Anhalts traurige Realität. Jeder Augenarzt des Landes versorgt heute im Schnitt 300 bis 400 Patienten mehr als noch vor zehn Jahren.

Kaum jemand nimmt neue Patienten an. Um die Sicherstellung aufrecht erhalten zu können, vermittelt die KV des Landes neuerdings Arzttermine. Sie hat zudem vier Krankenhäuser ermächtigt, ambulante augenärztliche Untersuchungen anzubieten. Doch was für viele Kliniken einem Gottesgeschenk gleichkäme, stößt bei zwei der befragten Klinikmanager auf taube Ohren. Zu viel Arbeit, zu wenig Geld, kein Interesse.

Die Leidtragenden sind die Patienten, die sich in ihrer Not an die KV wenden. Wöchentlich werden dort schon jetzt 100 Termine vergeben. Doch auch der neue Service wird an Grenzen stoßen. Spätestens dann, wenn noch mehr Praxen aus Altersgründen geschlossen werden. Bereits jetzt sind fast 30 Prozent der Haus- und 16 Prozent der niedergelassenen Fachärzte in Sachsen-Anhalt 60 Jahre oder älter. Die Unterversorgung ist programmiert.

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KV vermittelt Termine bei Ärzten

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