Ärzte Zeitung, 29.09.2008

Steckten sich Patienten in Praxis mit Hepatitis C an?

Schlechte Hygiene in einer Goslarer Praxis könnte zu Infektionen geführt haben

GOSLAR (cben). Das Gesundheitsamt Goslar im Harz hat rund 2000 Patienten einer Hausarztpraxis aufgerufen, sich auf Hepatitis C untersuchen zu lassen. Möglicherweise sind in der Praxis Injektionsnadeln mehrfach benutzt worden.

Bisher haben sich 450 Menschen beim Gesundheitsamt zum Bluttest angemeldet, hieß es. Aufmerksam geworden war das Gesundheitsamt der Stadt, nachdem im Mai ein Patient beim Amt über die schlechte Hygiene in der betroffenen Praxis geklagt hatte.

Ende Mai waren dem Gesundheitsamt die ersten Hepatitisfälle gemeldet worden. Wie sich herausstellte, waren alle betroffenen Patienten zuvor bei dem Arzt in Behandlung. Die folgende Prüfung hat laut Gesundheitsamt "hygienische Mängel", wie es hieß, aufgedeckt. Darauf hat der Landkreis Anzeige erstattet.

Anfang September kam eine weitere Strafanzeige eines Patienten des Arztes dazu, sagte Joachim Geyer, Sprecher der Staatsanwaltschaft Braunschweig der "Ärzte Zeitung". Seit Anfang September werde "wegen eines Anfangsverdachts der bedingt vorsätzlichen Körperverletzung" ermittelt, sagte Geyer.

Derzeit zähle man mindestens zwölf Hepatitis-C-Verdachtsfälle. Ein eventuelles Vergehen des Arztes sei aber schwer nachzuweisen, weil eine Infektion kaum bezeugt werden könne, so Geyer. "Man kann sie zunächst nur vermuten."

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