Ärzte Zeitung, 10.11.2008

MB will Geld aus dem Konjunkturprogramm

MB-Chef Henke: "1,5 Milliarden Euro für die Kliniken helfen der Krankenversorgung und der Wirtschaft"

BERLIN (chb). Eine Erhöhung der Finanzhilfen für Krankenhäuser um 1,5 Milliarden Euro und eine bessere Vergütung für Ärzte, die in der Forschung tätig sind, fordert der Marburger Bund.

Auf der 114. Hauptversammlung seines Verbandes am Wochenende in Berlin rief der Vorsitzende des Marburger Bundes Rudolf Henke die Bundesregierung dazu auf, Klinikinvestitionen in das milliardenschwere Konjunkturprogramm aufzunehmen.

"Wir werben dafür, einen Teil des Milliardenpaketes in die Kliniken zu investieren, um dem Rückgang der Investitionen im stationären Sektor entgegenzutreten", sagte Henke am Wochenende. Das helfe der Krankenversorgung, dem Handwerk, der Bauwirtschaft und dem Anlagenbau.

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt nahm den 203 Delegierten in ihrem Grußwort allerdings gleich jede Hoffnung, dass es für die Krankenhäuser mehr Geld geben könnte als die kürzlich vereinbarten 3,2 Milliarden Euro (wir berichteten). "Wenn das, was wir brauchen, alles bezahlt werden würde, ginge das höchstens zwei Jahre gut, dann wäre kein Geld mehr da", sagte Schmidt.

Auch der Forderung des Marburger Bundes, die 21 000 neuen Pflegestellen, die in den kommenden Jahren geschaffen werden sollen, vollständig zu finanzieren, erteilte Schmidt eine Absage. 30 Prozent der entstehenden Kosten seien von den Kliniken zu refinanzieren, 70 Prozent der Kosten müssten wie bereits beschlossen die Kassen tragen.

Politisches Schwerpunktthema der Hauptversammlung waren die schlechten Arbeitsbedingungen für Ärzte, die in der Forschung tätig sind.

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