Ärzte Zeitung, 19.05.2009

Ärzte aus Österreich sind in Sachsen-Anhalt integriert

Kammer zieht positives Fazit der Anwerbekampagne / Anerkennung der Weiterbildung macht Probleme

MAGDEBURG (zie). "Niemand hat die Entscheidung nach SachsenAnhalt zu kommen bereut”, sagte Dr. Rüdiger Schöning, Ärztlicher Geschäftsführer der Landesärztekammer, nach einem Gespräch mit im Lande tätigen Ärzten aus Österreich.

Dem Ruf in Sachsen-Anhalt zu arbeiten, sind bislang 17 Ärzte aus dem Nachbarland gefolgt - hauptsächlich Weiterbildungsassistenten. Ausnahme ist der Wiener Hausarzt Dr. Norbert Mair, der heute in einem Medizinischen Versorgungszentrum im Harz arbeitet.

"Die Möglichkeit, im ambulanten Bereich auch angestellt sein zu können, hat mich gereizt", sagt der Mitfünfziger. Sein Urteil über Situation und Arbeitsbedingungen in Deutschland fällt - wie bei den anderen Medizinern auch - positiv aus. Die Weiterbildungsassistenten schätzten, dass das Rotationssystem in nahezu allen Krankenhäusern funktioniere. Allerdings fühlten sie sich zu oft allein überlassen. Dennoch haben die Mediziner aus Österreich den Eindruck, ihre anfangs geringeren Erfahrungen im Vergleich zu einheimischen Absolventen (in Österreich gibt es kein Praktisches Jahr) kompensieren zu können.

Bedauernd registrierte die Ärztekammer Sachsen-Anhalt, dass in Einzelfällen Versprechen im Hinblick auf angestrebte Facharztrichtungen nicht eingehalten worden sind. Darüber hinaus zeichnen sich zwischen beiden Ländern Probleme bei der Anerkennung von Weiterbildungsabschnitten oder gar der gesamten Weiterbildung ab. Dies gilt vor allem dann, wenn es unterschiedliche Facharztbezeichnungen, wie in Orthopädie und Unfallchirurgie oder Innere Medizin und Kardiologie gibt. "Wir werden die nächste Jobbörse Mitte Juni nutzen, um diese Probleme vor Ort mit der Ärztekammer Österreichs zu lösen", sagt Rüdiger Schöning. Die Kammer wolle auch künftig an den Universitätsstandorten Innsbruck, Graz und Wien nach Nachwuchs Ausschau halten.

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