Ärzte Zeitung, 25.11.2009

Schulobst-Programm trifft auf taube Ohren

Viele Länder wollen EU-Projekt nicht umsetzen

BREMEN / NEU-ISENBURG (cben/bee). Am Schulobst-Programm der EU nimmt Bremen nicht teil. Auch viele andere Länder weichen von einem Beschluss des Bundesrates ab, EU-Fördermittel für Obst in der Schule zu nutzen.

Die Hansestadt will stattdessen Schulkonzepte für gesunde Ernährung in Grundschulen mit jährlich 100 000 Euro unterstützen. Die Teilnahme am EU-Programm wäre für Bremen zu teuer gewesen, so der Senat. Die Abrechnung solcher "EU-Programme zur Steigerung des Agrarabsatzes" wickeln Niedersachsen und Bremen laut Staatsvertrag gemeinsam ab. Da Niedersachsen aus dem EU-Schulobst-Programm ausgestiegen ist, hätte Bremen inklusive anteiliger Finanzierung des EU-Programms und Verwaltungskosten insgesamt rund 350 000 Euro auf den Tisch legen müssen. Zu viel, befand der Senat. Für das Ersatzprogramm können sich 24 Grundschulen im Land aus sozial schwierigen Lagen bewerben. Das Projekt soll zum Schuljahresbeginn am 1. August 2010 starten.

Auch andere Länder wie Hessen, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin wollen sich nicht an dem EU-Programm beteiligen. Jedes Land müsste bis zu zwei Millionen Euro aus dem Landeshaushalt ausgeben, das sei bei vielen nicht möglich. Bislang steht die Finanzierung von täglichem Obst in der Schule nur in Nordrhein-Westfalen.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Obst für 36 Euro pro Kind ist vielen Bundesländern zu teuer

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Falsches Sparen bei den Kleinen

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Amazonas-Volk hat die gesündesten Gefäße weltweit

In einer geradezu heroischen Studie haben US-Forscher Eingeborene der Amazonas-Region zur Calcium-Score-Messung in einen CT-Scanner geschoben. Noch nie wurde ein Volk mit so gesunden Arterien beschrieben. mehr »

Dann ist ein Hausbesuch abrechenbar

Die vollständige und vor allem korrekte Abrechnung der so genannten Leichenschau stellt Ärzte immer wieder vor Probleme. Beispielsweise stellt sich die Frage nach der eigenständigen Berechnung des Hausbesuchs. mehr »

Kiffen schädigt wohl doch Herz und Hirn

Cannabis-Konsum erhöht offenbar doch das Risiko für Schlaganfall und Herzschwäche. Zumindest hat sich ein entsprechender Zusammenhang in einer umfassenden US-amerikanischen Analyse gezeigt. mehr »