Ärzte Zeitung, 13.04.2010

Kammervize votiert für Allgemeinmedizin als Pflichtfach

FRANKFURT/MAIN (ine). Allgemeinmedizin soll Pflichtfach im Medizinstudium werden: Das fordert Martin Leimbeck, Vizepräsident der Landesärztekammer in Frankfurt/Main und Landarzt in Braunfels im Lahn-Dill-Kreis.

Er hält geänderte Zulassungsbedingungen für das Medizinstudium und die Abschaffung des "Hammerexamens" für erforderlich, um den Arztberuf attraktiver zu machen. "Vor allem aber muss die Allgemeinmedizin stärker in die universitäre Ausbildung eingebunden und zum Pflichtfach werden", fordert Leimbeck.

Dies umfasse die Einrichtung eines eigenen Lehrstuhls für Allgemeinmedizin mit Forschungsauftrag an jeder Medizinischen Fakultät. Die jüngsten Vorschläge von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) seien ein Zeichen dafür, dass Politiker das Problem erkannt hätten.

Weitere Maßnahmen gegen Ärztemangel seien bessere Arbeitsbedingungen, die Schaffung familienfreundlicher Infrastrukturen, finanzielle Sicherheit, geregelte Vertretungsdienste und eine kleinräumigere Bedarfsplanung auf dem Land. Zudem müsse der bürokratische Aufwand reduziert und das Regresssystem für Verordnungen abgeschafft werden. In Hessen haben Landesärztekammer, KV und das Gesundheitsministerium einen runden Tisch zum Thema Ärztemangel gebildet.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Antibiotika gegen Rückenschmerzen

Verursachen Bakterien heftige Bandscheiben-Beschwerden? Für Forschungen zur Behandlung von Rückenschmerzen mit Antibiotika wurde jetzt der Deutschen Schmerzpreis verliehen. mehr »

QuaMaDi wird fortgesetzt

Aufatmen im Norden: KV und Kassen haben sich auf den Fortbestand des Brustkrebsfrüherkennungsprogramm QuaMaDi geeinigt. mehr »

Ethikrat sucht nach dem goldenen Mittelweg

Wann ist eine medizinische Zwangsbehandlung fürsorglicher Schutz, wann ein unangemessener Eingriff? Diesen Fragen widmet sich aktuell der Deutsche Ethikrat. mehr »