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Ärzte Zeitung, 29.09.2010

Kliniken an der Saar steht Rosskur bevor

Eine Neustrukturierung der Krankenhauslandschaft und ein Bettenabbau um etwa vier Prozent bis 2015 - das sind zentrale Empfehlungen des Gutachtens für den neuen Saarländischen Krankenhausplan.

Von Michael Kuderna

SAARBRÜCKEN. Die Experten der Gesellschaft für betriebswirtschaftliche Beratung mbH GEBERA weisen in ihrem Gutachten für den neuen Krankenhausplan auf einige Spezifika beim Angebot und der Inanspruchnahme an der Saar hin: Hohe Krankenhaus- und Bettendichte je Einwohner, kleinere Fachabteilungsgrößen als im Bundesvergleich sowie überdurchschnittliche Krankenhaushäufigkeit je Einwohner, Auslastungsgrade und Verweildauern.

Kliniken an der Saar steht Rosskur bevor

Wo es langgeht für die Kliniken an der Saar wird der neue Krankenhausplan zeigen.

© begsteiger / imago

Zusätzlicher Handlungsbedarf ergebe sich nicht nur aus der ungünstigen demografischen Entwicklung und dem allgemeinen Kostendruck etwa durch den technischen Fortschritt, sondern auch durch potenzielle Erlöseinbußen im Saarland durch die drohende Anpassung des hohen Landesbasisfallwertes auf ein bundeseinheitliches Niveau.

In Kombination mit einem zukünftigen Ärztemangel zwinge dies zu einer Neuordnung. "Die Analysen zeigen, dass es im Saarland überdurchschnittlich viele Krankenhauskapazitäten gibt, deren Strukturen und geografische Verteilung zum Teil optimierbar sind", heißt es in dem Gutachten. Die Autoren empfehlen dabei Kooperationen zwischen Häusern der Grund- und Regelversorgung, aber auch Zusammenschlüsse und Konzentration von Einrichtungen.

Nun ist wieder die Politik am Zug: Gesundheitsminister Georg Weisweiler (FDP) muss auf der Grundlage des Gutachtens und der anstehenden Gespräche mit den Trägern bis Ende des Jahres eine Vorlage für den Krankenhausplan 2011 bis 2015 erstellen.

Zur Trägerstruktur finden sich in der über 600 Seiten starken Expertise auch einige interessante Hinweise: Während die Flächenversorgung in der Regel durch kleinere Häuser freigemeinnütziger Träger sichergestellt werde, gebe es im bevölkerungsstarken Süden eine Ballung größerer öffentlicher Krankenhäuser. Keine der 24 Akutkliniken mit ihren derzeit über 6500 Betten wird von Privaten betrieben.

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