Ärzte Zeitung, 24.05.2011

Ein Hausarzt versorgt 1546 Einwohner

Die Infrastruktur der Gesundheitsversorgung, vor allem die Zahl der Ärzte, ist schon heute je nach Region und Bundesland stark unterschiedlich. Im Zuge der demografischen Entwicklung dürfte die Schere weiter aufgehen.

Von Florian Staeck

Ein Hausarzt versorgt 1546 Einwohner

BERLIN. Auch in der Gesundheitsversorgung soll es überall in Deutschland "gleichwertige Lebensverhältnisse" geben - so will es das Grundgesetz.

Für die Bundesregierung bemisst sich die Qualität des Gesundheitswesens auch daran, "ob medizinische Leistungen mit zumutbarer Wartezeit und in zumutbarer Entfernung zur Verfügung stehen", heißt es in der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion.

Tatsächlich variieren aber mehrere Kenndaten, die über die Infrastruktur der Versorgung Auskunft geben, je nach Region erheblich. Beispiel hausärztliche Versorgung: Durchschnittlich kommen nach den letztverfügbaren Daten 1546 Einwohner auf einen Hausarzt.

Allerdings ist die Schwankungsbreite groß. Besonders interessant ist, dass die Hausarztdichte nicht in den Stadtstaaten, sondern in Bayern am größten ist. Im Freistaat betreut ein Hausarzt im Durchschnitt 1419 Einwohner, in Berlin sind es 1435, in Hamburg 1452.

Flächenländer wie Hessen (1540), Baden-Württemberg (1545) und Sachsen (1552) bilden das Mittelfeld. Statistisch die meisten Einwohner versorgen Hausärzte in Sachsen-Anhalt (1680) und in Westfalen-Lippe (1721).

Noch größer ist der Unterschied bei Pädiatern, die im Bundesschnitt 2339 Kinder und Jugendliche betreuen. Vergleichsweise am höchsten ist die Arztdichte in Sachsen (1471) und in Bremen (1479). Am Ende der Skala liegen Rheinland-Pfalz (2622) und Niedersachsen.

Bei niedergelassenen Fachärzten ist die Konzentration in den Stadtstaaten besonders augenfällig. Im Bundesschnitt versorgt ein Facharzt 1288 Bürger. In Bremen (846), Berlin (869) und Hamburg (896) ist die Facharztdichte am höchsten.

Bei den Flächenländern bilden Bayern (1210) und Hessen (1276) das Vorderfeld, in Brandenburg muss ein Facharzt mit 1616 die meisten Einwohner versorgen.

Ein vergleichbares Bild zeigt sich bei der Relation von Krankenhausärzten und Einwohnern. In Hamburg werden statistisch 390 Bürger von einem Klinikarzt versorgt (Bremen 405, Berlin 471), in Brandenburg dagegen 693.

Dass die Stadtstaaten statistisch Ausreißer sind, zeigt sich beim bundesweiten Durchschnitt. Hier kommen 596 Einwohner auf einen Klinikarzt. Im Bundesschnitt stehen für 100.000 Einwohner 500 Planbetten in Krankenhäusern bereit.

Mit 794 Betten je 100.000 Einwohner liegt Hamburg an der Spitze. Allerdings werden dort traditionell auch viele Einwohner aus den umliegenden Flächenstaaten versorgt. Das Ende der Skala bildet Schleswig-Holstein mit 391 Betten.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hohes Sterberisiko bei Ausbruch in der Adoleszenz

Wenn sich Typ-1-Diabetes in einem besonders vulnerablen Alter manifestiert, brauchen Betroffene viel Aufmerksamkeit. Sie haben ein hohes Risiko, an Komplikationen zu sterben. mehr »

100 Prozent Zustimmung

Die KBV-Vertreterversammlung präsentiert sich in neuer Einigkeit und richtet die Speere – wieder – nach außen. Klare Kante gegenüber dem Gesetzgeber und den Krankenhäusern. "Wir sind auf Kurs", meldete KBV-Chef Gassen. mehr »

Herz-Kreislauf-Risiko von Anfang an im Blick behalten!

Bei RA-Patienten sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die wichtigste Todesursache. Die aktuellen Therapiealgorithmen zielen nicht zuletzt darauf ab, die Steroidexposition zu begrenzen. mehr »